Tag der Deutschen Einheit Spezial: Aus der Altmark in die Hansestadt Jens Motschmann
Shownotes
Wer in der DDR als Pfarrerkind aufwuchs, lernte oft schon früh, was es heißt, für die eigenen Rechte einzustehen und unter staatlicher Beobachtung zu leben.
Für diese Folge reist Renate von Bremen bis in den hohen Norden nach Schleswig-Holstein. Dort trifft sie Jens Motschmann, den ehemaligen Pfarrer der St.-Martini-Kirche in Bremen. 1960 floh Motschmann in den Westen. Doch seine Geschichte zeigt: Mit der Flucht endete die Überwachung durch die DDR nicht. Wie er diese Zeit erlebt hat, wie ihm die Flucht in den Westen gelang und wie er 1987 schließlich das Pfarramt in Bremen übernahm, erfahrt ihr in dieser Folge.
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00:00:03:
00:00:12: Hallo und herzlich willkommen im Bremen Podcast.
00:00:15: Heute wieder ein Außentermin, und zwar bin ich heute im Schönen Schleswig-Holstein und spreche mit einem echten Zeitzeugen mit sehr starkem Bremenbezug.
00:00:26: Und zwar darf ich heute Jens Motschmann treffen!
00:00:30: Ich grüße Sie auch vor Strimpel und bin dankbar dass wir dieses Gespräch führen können Denn mir liegt es sehr am Herzen, dass wir auch die Vergangenheit nicht vergessen.
00:00:40: Dass was geschehen ist mit dem Fall der Mauer und der Geschichte, die damit zusammenhängt – das ist doch wichtig, dass wird das auch
00:00:49: weitergeben.".
00:00:50: Das finde ich auch!
00:00:51: Die erste Frage wäre ja wirklich wie sind Sie in Bremen angekommen?
00:00:55: Und das ist glaube ich keine kurze Antwort... Denn wenn man wirklich da anfängt, dass die DDR der Startpunkt war, dann ist das auf jeden Fall eine sehr spannende Geschichte.
00:01:06: Ja ich wollte eigentlich in der DDR – ich bin ja in der Altmark aufgewachsen von nineteenzechsundvierzig bis neunzehntzechzig – durfte aber nicht studieren, sollte mich drei Jahre im Braunkohlenbergwerk in Sachsen erst einmal bewähren wie es damals hieß.
00:01:25: Dann bin ich geflüchtet noch gerade vor dem Bau der Mauer, habe dann Theologie studiert und politische Wissenschaften.
00:01:32: Und bin dann in Schleswig-Holstein gelandet.
00:01:37: Wurde in Kiel zum Pastor ordiniert also zu diesem Beruf eingeführt.
00:01:44: Und nach den beiden ersten Fahrstellen in Neumünster Einfeld und in fünfzehn Jahre in Izeru kam ich danach Bremen.
00:01:54: Und war dann dort über zwanzig Jahre an der St.
00:01:57: Martinikirche gelegen, an der Weserpastor und denke gerne an diese Zeit zurück weil ich so herzlich aufgenommen wurde von der Gemeinde aber auch von den vielen Menschen mit denen ich dort zu tun hatte und die ja auch aus unterschiedlichsten Kreisen kamen.
00:02:13: da waren Flüchtlinge aus der DDR.
00:02:16: ab den neunzig Jahren gab es dann viele Flüchtlingen auch aus der damaligen Wir frühen Sowjetunion aus Russland, die Russlanddeutschen, die unsere Gemeinde kamen.
00:02:28: Das war schon eine sehr starke Erfahrung mit Menschen unterschiedlichster Prägung umzugehen.
00:02:35: Das hat mein Leben eigentlich sehr bereichert.
00:02:39: Die Altmark ist ja auch so vieles... Ähnlich.
00:02:45: Also es ist irgendwie so eine Art Norden, das heißt wenn man da ... Man mag Spargel genau wie Bremenso-Kulinarisch zum Beispiel finde ich jetzt Wie war da ihr erstes Eindruck?
00:02:53: Ich würde mal unterstellen Da fällt man gar nicht so auf Wenn man so aus der Altmark nach Bremen kommt.
00:02:57: Sie haben
00:02:58: recht
00:02:59: so von der Region Von der Landschaft ist vieles ähnlich als Niedersachsen und ich denke eben daran dass wir auch in der Altmarkt Vieles erlebt haben Ja was eigentlich So im Umgang mit den Menschen ganz ähnlich ist als das, was ich dann auch im Westen erlebt habe.
00:03:21: Aber es war eben doch eine ganz prägende Zeit für mich die Kindheit und Jugendzeit in dieser Altmark.
00:03:27: Ich bin ja in einem Dorf aufgewachsen... ...in Rohrberg.
00:03:31: Ein Dorf damals von tausend dreihundert Einwohnern.
00:03:35: Und was für mich auch faszinierend war im Rückblick In diesem Dorf gab es fast alles, was man so zum Lebensunterhalt brauchte.
00:03:42: Da gab's ein Konsum, da gab's eine Volksschule, erste bis vierter Klasse... ...da gab es einen Schlachtermeister, da gabs zwei Bäckereien, da Gabs einen Friseur, da Gaps ein Schuster.. ..dag gab´s ein Malermeister ,eine Molkerei, eine Sattlerei.
00:03:59: Das Alles in einem Dorf.
00:04:01: und wenn wir heute unseren Dörfer ansehen wie sieht das da aus?
00:04:04: Ja selbst in den Städten hat man oft auf engstem Raum nicht diese Vielfalt, die wir damals hatten.
00:04:10: Das aber ist nur ein Randthema jetzt.
00:04:12: ich bin da eben mal draufgekommen Aber das hat mich im doch sehr geprägt Diese Geborgenheit dich durchaus empfand auch in diesem sozialistischen Land.
00:04:23: Ich kann nicht sagen dass sich in meiner Kindheit oder Jugendzeit direkt gelitten hätte.
00:04:28: Das fing dann erst so auf der Oberschule an.
00:04:31: Hier sagt man ihr Gymnasium.
00:04:32: Damals in der DDR war es die Oberschuhe von der achten Klasse bis zur zwölften.
00:04:39: Also ich kenne das auch als erweiterte Oberschule, EOS.
00:04:42: Genau.
00:04:43: Ich kenne
00:04:43: so polytechnische Oberschuhe war bis zehnte Klasse und EOS dann bis zwölf
00:04:49: ne?
00:04:50: Und da merkte ich dann doch, ich komme ja aus einem Fahrhaus.
00:04:53: mein Vater war vor fünf Jahren Landfahrer viele Bürgermeister im Dorf überlebt.
00:05:00: Er war so der heimliche Bürgemeister in einer kommunistischen DDR, aber ich merkte ihm doch wie dann die Tatsache das sich aus einem Pfarrhaus kramen und dann auch Auswirkungen hatte.
00:05:11: Das fing schon damit an dass ich nicht auf die Oberschule zugelassen wurde.
00:05:17: Das war ein ziemlich langer und harter Kampf, den meine Eltern führen mussten.
00:05:21: Dass ich dann doch die Zulassung bekam.
00:05:23: Obwohl ich ein gutes Zeugnis von der achten Klasse hatte.
00:05:27: Ja das war nicht alles ne?
00:05:28: Das müssen wir vielleicht mal für andere erklären dass es ja auch wirklich eine politische Entscheidung war.
00:05:33: Wer diese Perspektive bekommt oder nicht ob jemand einen Parteibuch in einer Familie... Also genug Parteibüchern in der Familie sind usw..
00:05:39: Obwohl Ich auch zu den jungen Pionieren gehörte.
00:05:42: Das war ja die Auditionen der Kinder damals.
00:05:45: Dann ging man in die FJ, auch der FJ für den freien deutschen Jugend, wie es hieß.
00:05:51: War ich Mitglied aber nie aktiv wurde mir dann auch zum Verhängnis dass sich dann zb bei einem Ernteeinsatz wo wir aufgefordert wurden im Gebiet wische das Licht dabei mit Berge an der Elbe.
00:06:08: Da sollten wir eben auch nicht nur arbeiten, sondern auch gegen den christlichen Aberglauben uns positionieren und habe ich gesagt das tue ich nicht.
00:06:17: Das wurde respektiert.
00:06:18: aber ich musste stattdessen dann nicht nur zwei Wochen arbeiten so wie meine Mitschüler, sondern vier Wochen in der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft LPG.
00:06:29: Naja und so ging es weiter.
00:06:30: Uns als dann neunundfünfzig einer meiner Brüder in den Westen ging Flüchtete.
00:06:36: Wurde ich am thirzehn September, neunzehntneinfünfzig ins Lehrerzimmer gerufen in der großen Pause um halb zehn.
00:06:43: da stand dann der Direktor der Schule, der stellvertretende Direktor und der Klassenlehrer und ich komme diesen Raum rein und die sagen mir kurz und knapp du bist entlassen.
00:06:56: Ich sage wieso denn das fragst du noch?
00:06:58: Du hast hier das Privileg gehabt auf die Oberschule zu gehen Und das ist euer Dank in der Familie, dass ihr einfach nicht würdigt, was wir für euch getan haben.
00:07:09: Naja da war ich von der Schule erst mal runter.
00:07:12: Ich sollte dann im Schwermaschinenbau Ernst Thielmann in Magdeburg erstmal arbeiten.
00:07:16: Wir werden dir da eine Arbeitsstelle verschaffen.
00:07:19: Mein Vater hat mit viel Mühen mich wieder auf die Schule rauf gebracht.
00:07:23: Ein Monat war ich runter und dann war er wieder drauf.
00:07:27: Das ging nur dadurch, dass mein Vater eines Abends mir sagte Euer Direktor, der war doch in Polen.
00:07:35: Ja sah ich in Danzig in seiner Geburtsstadt und er hat doch als er vor euch in der Schule über seine Fahrt nach Danzig berichtete auch gesagt dass die Polen unzuverlässig sind das sie nicht Linien treu sind.
00:07:50: ja ja sah ich.
00:07:51: genau so hat er gesprochen.
00:07:53: Und da sagte mein Vater dann müssen wir einhaken.
00:07:55: Der Direktor einer sozialistischen Oberschule darf nicht abfällig über einen Bruder vorgesprechen.
00:08:02: Also hat mein Vater das dem Direktor vorgehalten und der merkte sofort, dass es jetzt für ihn heikel wurde.
00:08:09: Und sagte dann eh wir weiter reden ich mache mal einen Vorschlag.
00:08:13: ihr Sohn soll morgen in die Schule kommen Ich werde ihnen begleitlich werden ein paar Worte sagen und dann ist die Sache erledigt.
00:08:19: so war ich wieder auf der schule drauf weil der direkter befürchtete dass er durch seine äußerung Schwierigkeiten bekommen könnte von der partei Na ja, aber so ging das dann weiter.
00:08:32: Als es Abitur kam da wusste ich du wirst also in den Westen gehen denn ich hatte mich beworben auch Leipzig wollte auch Germanistik studieren und russisch an dortigen Karl Marx Universität und wurde abgewiesen.
00:08:51: wie gesagt ich sollte erst mal mich drei Jahre in der sozialistischen Produktion bewähren.
00:08:56: so hieß das damals.
00:08:58: Andere mussten noch zur Volksarmee, ne?
00:09:00: Ja.
00:09:01: Letzterweise wurde ich dazu nicht aufgefordert.
00:09:04: Es kam auch in unsere Klasse die Abiturklasse.
00:09:08: In die zwölfte Klasse kam ein Offizier von der Nationalen Volksarme NVA und bearbeitete uns Schüler Die männlichen Schüler.
00:09:20: Die wurden einzeln gebeten mit diesem Offizier dann im Lehrerzimmer zu sprechen.
00:09:26: Ich wurde nicht gebetet, weil man mich schon offenbar abgeschrieben hatte und darüber habe ich mich auch gewundert dass sie gar nicht versucht haben mit mir über dieses Thema zu sprechen!
00:09:38: Ich hätte ihn verweigert und werde ihm Bausoldat geworden.
00:09:42: so hieß das ja damals die Alternative, wenn man den Wehrdienst verweigerte.
00:09:49: Aber wenn man ihn verweiegerte hatte man natürlich ganz schlechte Karten für den weiteren Lebensweg nicht, für irgendeine Karriere.
00:09:57: Und dann erst mal wieder in die sozialistische Produktion?
00:10:01: Ja aber wieder dazu ist es nicht gekommen.
00:10:04: ich muss noch an eine kleine Begebenheit erzählen.
00:10:07: Ich hatte eine Großmutter in der Nähe von Berlin besuchte sie in den Ferien Und in Berlin kaufte ich mir in einer Buchhandlung zwei Bücher, die ich heute noch habe.
00:10:20: Eine politische Ökonomie und ein Buch über sozialistischer Moral.
00:10:25: Ich komme zum Bahnhof Friedrichstraße.
00:10:27: Das war ja der letzte Bahnhof im Ostsektor.
00:10:31: Da gab es natürlich Kontrollen.
00:10:33: Der Volkspolizist sagte zu mir Was hast du da?
00:10:36: In deiner Aktentasche?
00:10:38: Ich sagte zwei Büchern.
00:10:40: Er nahm die Bücher in die Hand und sagte Wozu brauchst Du die?
00:10:43: Ich sagte, ich bin Oberschulschüler und habe mir diese Bücher für den Unterricht gekauft.
00:10:49: Darauf der Volkspolizist, ihr kriegt dort die Bücher umsonst gestellt.
00:10:53: Warum hast du sie gekauft?
00:10:55: Ahnt er was der Polizist sagen wollte?
00:10:58: Er wollte damit andeuten Du willst doch fliehen!
00:11:02: Du tust so als seiest du hier Linien treu Und kaufst jetzt zwei kommunistische Bücher.
00:11:08: Natürlich wusste der Polizi... Ein Jugendlicher kauft solche Bücher nicht.
00:11:14: Aber ich hatte damals den Ehrgeiz in diesem Fach Staatsbürgerkunde besser zu sein als mein Lehrer, denn gerade weil ich als Fahrerskind da auch immer wieder drangsaliert wurde und schikaniert wurde dachte ich du wirst zeigen dass du in diesem fach ein solides gutes Wissen hast.
00:11:36: Ich habe auch das Abzeichen für Gutes Wissen Gut Bruns und Silber erworben, wollte gerade Gold machen.
00:11:45: Aber da bin ich dann doch geflüchtet.
00:11:47: Na ja aber das ist eine verrückte Situation dass man fast eine Stunde verhört wird weil man in der DDR zwei kommunistischen Bücher gekauft hat.
00:11:57: Und das andere was mich auch ziemlich erschüttert war als sich eines Tages nach Berlin fuhr Das ist diese Strecke Von Rohrwerk fährt man über Bezendorf nach Übesfelde, dann steigt man da um.
00:12:13: Übesfeldegadeligen Ständer Rateno Berlin-Starken Endstation und Berlin-Starken.
00:12:21: der Bahnhof in dem man einlief war noch DDR.
00:12:24: Dann ging man eine Treppe hoch und auf der anderen Seite stand die S-Bahn.
00:12:28: das war schon der Westsektor.
00:12:31: Und in Rateno kamen immer zwei Männer in den Zug mit einer roten Binde.
00:12:35: Da stand drauf ZBK Zuchtbegleitkontrolle Und das waren die politischen Kontrolleure.
00:12:42: Die nahmen mich gleich mit in einen Packwagen, der umgestaltet war zu einem Büro oder saß eine Volkspolizistin an einer Schreibmaschine und nahm Protokoll auf.
00:12:53: Als er zur Einliefe in Berlin starken durfte ich aussteigen und dann ging sich die Treppe hoch.
00:13:00: oben standen zwei West-Polizisten legte sich eine Hand auf meine Schulter, junger Mann kommt ihr doch nochmal mit.
00:13:10: Dann wieder rein in den Zug, der fuhr wieder zurück nach übers Felde.
00:13:14: In Ständer wurde ich dann aus dem Zug entlassen und von zwei Volkspolizisten empfangen die mich dann ins Polizeipräsidium führten wo ich dann fast die ganze Nacht verhört wurde.
00:13:29: Es war spät abends als wir da ankamen.
00:13:31: Wie alt
00:13:31: waren Sie da?
00:13:32: Und da war ich siebzehn Jahre alt.
00:13:35: Das muss man aber auch erst mal nervlich gut durchhalten.
00:13:39: Aber seltsamerweise, ich war ganz ruhig und war auch ziemlich entschlossen mich nicht ins Boxhorn jagen zu lassen nach ungefähr zwei Stunden Verhöhe.
00:13:50: Ich habe jetzt alles gesagt, ich darf doch jetzt wohl gehen.
00:13:54: Darauf stand der Mann, der mich vernommen hatte auf.
00:13:58: Er gab mir rechts und links eine Ohrfeige und sagte sich hin das bestimmt wir waren du gehst so.
00:14:03: Dann wurde ein Kurier zu meiner Großmutter geschickt.
00:14:05: Also per Telefon riefen sie in dem Ort an, wo meine Großmuter lebte und da kam dann einen Kurier angefahren mit einem Motorrad.
00:14:14: das war inzwischen halb zwei oder eine Uhr halbzwei Und klingelte.
00:14:21: Meine Großmütter ganz aufgeregt macht die Tür auf und der sagt erwarten Sie Besuch?
00:14:27: Ja ich sag sie mein Enkel ja gut das wollten wir nur wissen und fuhr wieder ohne zu sagen, was mit mir geschehen war.
00:14:35: Ich hätte ja einen Verkehrsunfall haben können irgendwas so also mit der Großmutter.
00:14:39: die Aussage stimmte von mir Und dann wurde ich morgens um vier Uhr wieder entlassen durfte dann wieder in den Zug einsteigen nach Berlin fahren.
00:14:49: und da wusste ich wenn du jetzt fliehen willst Dann musst du einen Bogen um Berliner Uhr herum machen.
00:14:55: Also wenn man vom besten vom westlichen Teil der DDR kam von der Altmark, dann war ja die harte Grenze Berlin-Starken DDR Westsektor.
00:15:10: Die weiche Grenze war wenn man um Berlin herumfuhr und dann vom Osten kam also aus der Gegend Frankfurt.
00:15:18: oder das war die weiche grenze DDR Ostsektor Westsektor.
00:15:24: so und so habe ich auch gemacht als ich wirklich fliehen wollte bin ich um Berlin herumgefahren und bin dann von der Ostseite reingefahren.
00:15:34: Und diesen Tag werde ich natürlich nie vergessen!
00:15:37: Ich saß also in der S-Bahn, hatte ja nur das was sie am Körper trug an keine Akkentasche kein Koffer nichts und hatte nur ein Büchlein in der Hand.
00:15:47: Tonio Kröger von Thomas Mann humanistische Schriftstelle.
00:15:51: ich denke wenn du wieder ein kommunistisches Buch hast dann gibts wieder Ärger oder Verhöre so.
00:15:57: und dann saß sich lief die S-bahn von Straußberg kommt, lief dann also im Bahnhoffriedigstraße ein.
00:16:05: Der Bahnhof der Bahnstrecke war überseht mit Volkspolizisten und Schäferhunden.
00:16:10: ich dachte jetzt ist eine Reise sicherlich erst mal wieder zu Ende aber Gott sei Dank die gingen die Treppen herunter die hatten wohl gerade bei dem Zug der vorher eingelaufen war ne Großratze gemacht.
00:16:25: so dann stand man da drei Minuten.
00:16:26: das war eine Ewigkeit.
00:16:28: man saß da vor der Zug los und das war ein unbeschreibliches Gefühl, jetzt bist du in der Freiheit.
00:16:37: Das kann man also kaum ... auch junge Leute können das kaum nachempfinden.
00:16:42: was es damals bedeutete.
00:16:44: Ich bin ja nicht geflüchtet weil's im Westen Bananen und Apfelsien gab sondern einfach dieses Gefühl Du bist in einem großen Gefängnis!
00:16:53: Du kannst dich raus.
00:16:55: ich durfte ja nicht mal in die sogenannten sozialistischen Bruderländer reisen Also nach Schicksal-Wakaj oder nach Polen.
00:17:03: Man hatte mir ja auch zwischenzeitlich den Ausweis abgenommen, weil sagt bei dem besteht Fluchtgefahr.
00:17:10: ich durfte mich dann nur noch im Bezirk Magdeburg bewegen.
00:17:13: in dem bekam denn Ausweis irgendwann wieder.
00:17:17: aber dieses Gefühl so eingeengt zu sein und zu wissen du wirst vielleicht nie nach Frankreich fahren können nach England Das war für mich unerträglich und dass man eben auch sich nicht frei äußern konnte.
00:17:34: Es waren ja so viele, sagen heute aus der DDR im Rückblick Ja vieles war da schlimm aber es gab eine gewisse Vertrauteit Geborgenheit Man half sich untereinander Der Zusammenhalt war größer.
00:17:52: das stimmt in gewisser Hinsicht.
00:17:56: etwa wenn es an Ersatzteilen fehlte für irgendwelche Maschinen oder so, hast du die Schrauben und hast diese Kabel.
00:18:05: Aber auf der anderen Seite war's auch so dass man wie man hinterher erfuhr oft sich jemanden anvertraute der mit der Stasi zusammenarbeitete Und das fand ich erschütternd.
00:18:19: Ich habe einen sehr guten Freund in Chemnitz, früher hieß es ja gerade in Markstadt.
00:18:25: Er ist auch Pastor Dr.
00:18:27: Theo Lehmann und der hat das noch krasser erlebt als ich.
00:18:34: Der hatte sich mit zwei seiner Amtsbrüder befreundet und sie haben vertraulich vieles besprochen.
00:18:48: und nach dem Fall der Mauer dann bekommt er seine Stasiakte und sieht, dass die beiden ständig über ihn kritisch berichtet haben an die Stasi.
00:18:59: Das war erschütternd!
00:19:00: Ich durfte auch meine Stasiakte einsehen... Ja,
00:19:04: wollte ich grad fragen?
00:19:05: Und meine Akte hat den ehrenvollen Namen Märtyrer, also Zeuge.
00:19:17: Als ich sie einsehen wollte ... Man muss ja einen Antrag stellen.
00:19:22: Ich hatte damals Joachim Gauck den ersten Beauftragten für die Stasiunterlagen persönlich eingeladen zu meiner Gemeinde in Sankt Martini Brehm, er kam auch und wir sprachen miteinander und er sagte mir also die Stasiakte könnte ich doch mal einsehen.
00:19:48: vermutlich hätte ich eine.
00:19:50: Dann stellt man einen Antrag und bekommt dann einen Termin, wo man diese Akte einsehen kann.
00:19:56: Oder kommt man, wird man empfangen, wird in einen Raum geführt und kommt ein Mitarbeiter der Behörde und fragt mich, wollen sie die Akte wirklich einsen?
00:20:06: Ich sage ja, warum bin ich hier?
00:20:07: Er sagt er wir haben schon Fälle gehabt, wo die Betreffenden gesagt haben es wäre besser gewesen, ich hätte die nicht eingesehen weil sie dann Dinge gelesen haben die sie so erschüttert haben, dass Ängstefreunde sogar Familienangehörige über sie berichtet haben gegenüber der Staatssicherheit.
00:20:29: Nein ich sage das möchte ich gut dann wird man einen Raum geführt.
00:20:34: da sitzt man an einem Tisch fast wie im Abitur jeder an einem Tisch
00:20:39: also auch schon andere.
00:20:39: man ist nicht ganz allein
00:20:41: in einem Raum.
00:20:42: Da liegt ein Bleistift und weißes Papier.
00:20:46: vorne sitzt eine Aufsicht.
00:20:48: Warum?
00:20:49: Man darf die Stasi-Akte in die Blätter nicht gegen's Licht halten, denn vieles ist geschwärzt.
00:20:56: Das hat seinen Grund darin, dass auch manche, die mit der Stasi zusammengearbeitet haben dann noch alles Mögliche berichtet haben nur um Leistung zu bringen und dann auch zum Teil berichtet habe ja in der Nachbarschaft wohnt er Und wenn man dann diesen Namen liest, dann denkt man der hat auch womöglich mit der Stasi zusammengearbeitet.
00:21:20: Dabei war das nur so Füllmaterial.
00:21:22: Na kurz und gut.
00:21:23: also man darf die Akte nicht gegen Licht halten.
00:21:26: Die Blätter darf sich aber notizen machen welche Blätter photokopiert werden sollen.
00:21:32: und das habe ich denn auch getan und habe gestaunt wie streng wie intensiv begleitet worden bin von der Stadtsicherheit noch im Westen, als ich schon geflüchtet war.
00:21:48: Ich wurde zum Beispiel eingeladen zu einem Vortrag den ich halten sollte in Bad Önhausen.
00:21:53: Ich war nie in diesem Ort und früher gab es ja dann auch noch nicht Handy und solche Hilfsmittel.
00:22:00: also ich fuhr denn in solchen Fällen immer zur Tankstelle erstmal und sagte wie komme ich zu der Straße?
00:22:05: oder haben sie einen Stadtplan?
00:22:07: und er sagt mir der Tankwart, nee da fahren sie mal nicht hin in die Karl-Barth-Straße.
00:22:13: Sondern da ist jetzt so eine riesen Baustelle, da können Sie auch gar nicht parken.
00:22:19: also fahren Sie mal dort und dorthin.
00:22:21: das mache ich und lese dann Jahre später an der Stasiakte Der Motschmann parkte um thirteenhundzwanzig konspirativ in einer Nebenstraße.
00:22:32: also dass man im Westen konspirativ parkt, ist ja auch sehr merkwürdig diese Formulierung.
00:22:39: Also da war jemand der mich da auch begleitete bei diesem Vortrag und ganz schlimm wurde es dann als sich eine Rede hielt ein Jahr nach dem Tod von dem Pfarrer Brüsewitz, der sich aus Protest gegen die Kirchenpolitik der DDR auf dem Marktplatz in Zeitz mit Benzin über Goss und Verbrannte.
00:23:06: Und Tage später dann in einem Krankenhaus qualvoll starb.
00:23:12: Dieser Mann hat etwas getan, was ja auch für Christen problematisch ist.
00:23:18: Dass man also selbst Hand an sich legt.
00:23:21: aber er wollte einfach mit dieser Tat auffrüsseln und zeigen so wie die Kirchenpolitik in der DDR läuft Ist das nicht hinnehmbar, wie der Staat die Kirche unterdrückt?
00:23:37: So ist es nicht hinnehmbar.
00:23:38: Nur unter habe ich dann in der Kongresshalle in Berlin auf einer großen Veranstaltung das Hauptreferat gehalten über Pfarrer Brüsewitz und ein Tag später hat sich der oberste Verwaltungsjurist der Evangelischen Kirche Manfred Stolpe spätere Ministerpräsident im Land Brandenburg hat sich sofort für dieses unsägliche Verhalten des Pastors aus der Frühe Altmark jetzt in Westberlin sich entschuldigt bei der Staatssicherheit.
00:24:14: Das sind dann so Dinge, wo man sagt war das nötig anstatt da den Mund zu halten aber in diesem voraus laufenden Gehorsam dich denn bei der Stadtsicherheit zu entschuligen für einen Pastoren und dass aus der Kirchenbehörde Das war doch schon sehr befremdlich.
00:24:34: Viele von diesen Erinnerungen kann man auch mal nachlesen, von ihnen?
00:24:38: Ja!
00:24:39: Sie haben ja ein Buch
00:24:40: dazu geschrieben... Ich habe einen Büchlein geschrieben.
00:24:42: Widerstand war nicht erwünscht wie ein Fahrerskind die DDR lebte und das kam so.
00:24:49: ich habe in Berlin Rolandian getroffen.
00:24:53: Das ist hier.
00:24:54: der war ja der Beauftragte für die Stasiunterlagen und Marianne Birtler war er der dritte Beauftragte für diese Unterlagen, die heute in ein ausgelagert worden sind.
00:25:09: In einem Bundesarchiv.
00:25:11: Wir saßen zusammen beim Glas Rotfein.
00:25:15: Er erzählt aus seinem Leben ich aus meinem und plötzlich sagte du musst das aufschreiben!
00:25:20: Ich sage wieso Roland?
00:25:21: Du hast ja viel Schlimmes erlebt als Bürgerrechtler, als ich.
00:25:27: Ja sagt aber wie du das so eben erzählst schreib das auf!
00:25:31: Das habe ich dann getan.
00:25:33: er hat dazu ein Vorwort geschrieben und hinterher war ich sehr dankbar dass ich es getan habe denn ich denke das ist auch wichtig als Vermächtnis wenn ich das mal ganz persönlich sagen darf im blick auf meine drei verheirateten Kinder und meinen neuen Enkel dass die einmal lesen was ihr Vater, Ihr Großvater damals als junger Mensch erlebt hat.
00:26:00: Und beim Schreiben kam mir dann doch wieder Dinge in Erinnerung die man so im Laufe der Jahre eigentlich verdrängt hat oder gar nicht mehr so lebendig waren.
00:26:11: zum Beispiel dass ich als Schüler mit elf zwölf Jahren eine Auszeichnung von der SED bekam.
00:26:19: das wird sie verwundern wie das möglich war.
00:26:22: Das war dadurch möglich dass ich der beste Kartoffelkäfer-Sammler im Kreisklötze war.
00:26:31: Ja, das müssen wir mal erklärt werden, weil es hat meine Eltern auch erzählt, als Schulklasse mussten die ab und zu dann zum Einsatz aufs Feld
00:26:39: und
00:26:39: entweder rüben hacken oder Kartoffelekäfe absammeln war so ein Klassiker?
00:26:44: Genau!
00:26:45: Es war so, dass Anfang der fünften Jahre eine große Kartoffelpflage übers Land ging Und das hinkt damit zusammen, dass die chemischen Mittel, die man in der Landwirtschaft damals noch unbedenklich einsetzte.
00:27:01: Die stand nicht zur Verfügung, weil das alles zum größten Teil in den Survey-Union ging und so war die Schädlingsbekämpfung fast auf Null gesetzt und die Kartoffelkäfer breiteten sich ganz stark aus – der Befall der Pflanzen angeordnet, dass in jedem Dorf je nach Größe zur Familie ein oder zwei Mitglieder der Familie sich unter den Dorfländern zu treffen hatten und einen Mann meist von der LPG von Landwirtschaft und Produktionsgenau schon haben.
00:27:36: Der führte uns dann auf einen Acker und dann mussten wir die Kartoffelkäfer absammeln so.
00:27:42: Und dann war es aber so wenn man freiwillig hinterher noch einmal über die Felder ging.
00:27:50: Dann bekam man für einen Käfer ein Fennig.
00:27:53: Einfännig für einen Käfer.
00:27:56: Und die brachte man dann in das Bürgermeister an und da gab es so Messgeräte, dass man so ungefähr schätzte ob die Angabe stimmte.
00:28:03: wenn man sagt ich habe also hier fünfhundertdreißig Kartoffelkäfer, denn wo wurden sie in so einem Messbesser geschüttet?
00:28:10: Naja...und da hab' ich tatsächlich.
00:28:13: im ganzen Kreis war ich der beste Kartoffeltkäfer-Sammler Und dann gab es eine Parteipersammlung im Nachbarort in Bezendorf.
00:28:22: Dann durfte ich Platz nehmen an einem langen Tisch, wo ein rotes Tuch die Fahne des Kommunismus ausgebreitet lag und wurde geährt und bekam eine Armbanduhr.
00:28:36: Die erste Armbandur aus der Hand eines SED-Funktionärs.
00:28:42: Aber das alles hat mir nicht geholfen, später irgendwie gute Punkte zu bekommen im Blick auf meine politische Zuverlässigkeit in der Schule wie ich eben schon berichtet hatte.
00:28:55: Ja so etwas habe ich dann also aufgeschrieben aber auch andere Episoden aus der Schulzeit.
00:29:01: zum Beispiel sollte ich ein... Ich war im Fach Deutsch sehr gut In Mathematik war es entgegengesetzt, da war es gar nicht so gut.
00:29:12: Aber Deutsch war ich sehr gut und ich wurde dann auch zum Klassensprecher gewählt und sollte dann auch als die Zwangskollektivierung der Bauern vom fünften Parteitag der SED in den letzten Freien Bauern, das waren die Kleinbauern.
00:29:32: Die Großbauen waren ja schon nach neunzehnten und vierzig enteignet.
00:29:35: Aber diese letzten Kleinbaueren, in denen noch eine Kuh im Stall hatten und ein paar Schafe, die sollten also auch überführt werden in die landwirtschaftliche Produktionsgesellschaften.
00:29:46: Und dann kamen Werber von der Partei, von der SED in die Dörfer, nuden diese letzten freien Bauers in die Gaststätte ein, machten sie betrunken.
00:30:00: Die unterschrieben dann, dass sie eintreten in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften.
00:30:07: Und als Sie am nächsten Morgen aufwachten, dann merken Sie was wir getan hatten und haben sich allein in unserem Dorf Rohrberg zwei Bauern erhängt.
00:30:17: So...und ich wurde da mit diesen schicksalen Suffeln konfrontiert weil ja mein Vater dann auch diese Menschen diese Bauern, die sich das Leben genommen hatten beerdigen musste.
00:30:30: und dann wurde ich aufgefordert vom Klassenlehrer.
00:30:34: Wir fahren jetzt in einen Dorf zu einer Feier anlässlich der Tatsache dass jetzt die letzten Bauern in die LPG eingetreten sind und es muss doch gefeiert werden Und ich sollte die Schüler rede halten.
00:30:48: Ich wusste gar nicht was ich dazu sagen sollte.
00:30:51: Konnte ich das jetzt einfach verweigern?
00:30:53: Also... Die Schulklasse zu der ich gehörte, formierte sich, zog unter Trommelspiel und fand Fahrenklang in das nächste Dorf.
00:31:06: Wahrscheinlich mit Pioniertuch?
00:31:08: Ja ja, das habe ich nie getragen!
00:31:11: Und dann kam wir in dieses Dorf, das hieß Au-Dorf ein Nachbarort von Bezendorf und wir kommen in diesen Ort und es ist.
00:31:19: dieser Ort war seltsam leer, es war kein Mensch zu sehen.
00:31:22: Unser Klassenlehrer ging auf eine ältere Frau und sagte, wo soll denn hier die Veranstaltung stattfinden?
00:31:28: Die Feier mit euch.
00:31:31: Und er sagte auch ja, die Bauern sind aber alle auf den Feldern.
00:31:35: Die haben davon Wind bekommen und sind auf die Felder gegangen.
00:31:41: Keiner war da!
00:31:42: Wir fielen ein Stein vom Herzen das ich jetzt nichts sagen musste.
00:31:46: Ich weiß nicht was sich da hätte gestammelt im Blick auf dieses Ereignis so besonders gefeiert werden sollte.
00:31:56: Ja das sind so Erlebnisse und es wiederholte sich, ich sollte dann auch nach dem Abitur, sollte ich die Schülerrede halten war also ein schönes Festprogramm gedruckt worden extra für unser Abiturfeyer.
00:32:13: Ein Orchester aus Magdeburg kam, ich wollte also für den musikalischen Rahmen sorgen.
00:32:20: Der Direktor sollte sprechen, ein Elternvertreter und einem Schülervertretern.
00:32:24: Ich hatte mir denn schon so allgemeine Worte zurechtgelegt, das ist ein großer Tag für uns alle.
00:32:33: Wir sind dankbar dass wir jetzt das Abitur bestanden haben.
00:32:37: Es war nicht immer leicht für uns auch nicht die Lehrer Aber wir wollen ja doch jetzt auch im Geist des Humanismus auch tatkräftige junge Menschen sein Alles tun, dass wir eben auch gute Fortschritte machen in der weiteren Ausbildung.
00:32:55: Also ungefährlich improvisiere ich jetzt mal so aber so ungefährlich geredet.
00:32:59: Aber wieder fiel mir das Stein vom Herzen Denn am Tag der Schulfeier kam die Bildung.
00:33:06: Keiner sollte in die Schule kommen Es war Maul und Klauen solche ausgebrochen im Kreis Jeder musste zu Hause bleiben Und wieder ist der Kirch nochmal an mir vorüber gegangen.
00:33:19: da eine Redezeiten bei einer Veranstaltung, wo ich doch schon wusste dass sich in den nächsten Tagen fliehen
00:33:25: würde.
00:33:25: Wussten das ihre Eltern
00:33:26: auch?
00:33:27: Ja es war ja so wenn die Eltern jetzt gesagt hätten wir sind damit einverstanden dass unser Sohn in Westen geht er durfte ihr hier nicht studieren dann hätten sie sich schuldig gemacht.
00:33:40: Beihilfe zur Republikflucht.
00:33:42: Das war strafbar und insofern durften sie offiziell nichts wissen, aber es war schon für mich schwer.
00:33:51: Sie müssen sich mal vorstellen man ist achtzehn Jahre alt hat das die ganze Kindheit in Jugendzeit an einem Ort verbracht auch relativ behütet in einen Elternhaus wo ich nur dankbar sein konnte für alles was ich dort empfangen hatte von meinen Eltern.
00:34:07: so und dann gehst du noch einmal Durch den Garten, noch einmal durch die Räume.
00:34:12: Ich bin dann noch einmal in die Kirche gegangen und habe mich an die Orgel gesetzt nochmal im Koral gespielt.
00:34:18: Denn ich hatte auch in der Oberschulzeit mir so ein Taschengeld verdient indem ich sondags die Orgel im Gottesdienst spielte.
00:34:26: Meine Eltern brachten mich zum Bahnhof zwar abends Und da waren auch andere aus dem Dorf Die dachten, der Junge fährt in den Urlops wahrscheinlich wieder zu einer Großmutter zu seinen Onkel und Tante in der Nähe von Übersfelde.
00:34:43: Keine Ahnte, dass das also der Abschied war.
00:34:47: Und damals war es ja so.
00:34:48: man wusste ja wirklich nicht ob man jemals seine Eltern wiedersehen würde.
00:34:53: erst vier Jahre später kamen sie den Passierschein abkommen wo dann eben Rentner aus der DDR auch mal in die Westen fahren durften und dann gab's eine Generalamnestie für alle die vor dem Bau der Mauer geflüchtet waren.
00:35:09: Die durften dann auch mit einem Passierschein etwa nach Westberlin wieder einreisen und konnten dort Verwandte treffen.
00:35:19: Aber als ich an diesem Abend meine Eltern verließ, da wusste ich nicht ob ich sie jemals wiedersehen würde.
00:35:26: Das war schon sehr hart aber ich hatte es insofern gut gehabt dass sich zwei Brüder... Ich habe zwei Bruder die auch inzwischen verstorben sind weil sie auch Einige Jahre älter waren als ich.
00:35:40: Die waren im Westen, der eine in Niedersachsen und der andere in Berlin.
00:35:45: Und dadurch hatte ich dann doch gleich einen Anschluss, ein Familieren.
00:35:51: Das war natürlich sehr hilfreich
00:35:53: für mich.
00:35:55: Wir können ja nochmal so über Begegnungen sprechen die verbinden vielleicht auch so ein bisschen Zusammenhalt symbolisch?
00:36:03: Vielleicht zwischen Bremen Bremerhaven oder Ost-West symbolisieren sprechen.
00:36:08: Natürlich fällt sofort auf, sie sind ja verheiratet mit einer Westdeutschen.
00:36:13: Das heißt es ist ja auf jeden Fall schon mal eine zentrale Verbindung?
00:36:17: Ja also wenn sich das ansprechen auch die Verbindung zu meiner Frau, die ich dann während meiner Studienzeit in Hamburg kennengelernt habe.
00:36:30: aber ich hatte in der Schulzeit einen Blick geworfen auf ein Mädchen, auf eine Mitschülerin in die ich mich verliebt hatte und dann war ich schon im Westen.
00:36:44: Wir schrieben immer noch Briefe miteinander.
00:36:47: Ein Flucht war nicht zu denken.
00:36:49: das riskierten wir nicht.
00:36:50: Wir wussten ja wie gefährlich das ist aber es gab tatsächlich mal einen Augenblick wo ich fast versucht war wieder zurückzukehren eben aus Liebe dieser Mitschülerin.
00:37:03: Aber zum Glück habe ich das nicht getan.
00:37:05: Vor allen Dingen, was hätte ich hier bieten können?
00:37:08: Ich wäre wie gesagt erst mal wahrscheinlich in Gefangenschaft geraten.
00:37:14: bestenfalls wäre ich wieder in die sozialistische Produktion gekommen.
00:37:20: also das wäre alles unter einem unglücklichen Stern hätte das gestanden.
00:37:26: und so blieb ich dann im Westen aber heute noch Kontakt zu ihr und ihrem Mann.
00:37:32: Sie war ja eine Mitschülerin und bei Schülertreffen haben wir uns jetzt wieder gesehen.
00:37:37: Und denken zurück an das, was wir so gemeinsam erlebt haben.
00:37:41: Das war auch eine Pastorentochter.
00:37:45: Also insofern hätten die Eltern das ganz gern gesehen.
00:37:49: aber meine Eltern hätten mir ganz gewiss abgeraten wenn ich das geäußert hätte.
00:37:55: Ich habe damit eigentlich mit niemandem gesprochen.
00:37:57: Den stehe ich das heute mal erzählen.
00:38:02: Ich glaube, meine Frau weiß es nicht einmal.
00:38:04: Oh mein Sie soll den Podcast nicht hören?
00:38:09: Aber dann in Bremen als ich dort ankam habe ich natürlich auch Gemeindeglieder getroffen die ebenfalls geflüchtet waren und wir haben uns dann ausgetauscht unsere Erlebnisse von damals.
00:38:25: Und das ist schon etwas Besonderes, wenn man dann mit solchen Menschen zusammen trifft die das nachempfinden können.
00:38:31: Was man damals erlebt hat und ganz besonders bewegend war für mich sind auch die Begegnung mit den Russlanddeutschen, die eben nachdem die Sowjetunion dann zusammen gebrochen war und die Menschen ausreisen konnten kamen ganz viele Russland-Deutsche auch nach Bremen und ich weiß gar nicht woran es lag dass Ganz viele von denen wiederum in unsere Gemeinde, Sankt Martini nach Bremen kam.
00:38:59: Wo ich dann allein auf einen Schlachtern so zwanzig dreißig Konfirmanden hatte.
00:39:05: Russlanddeutsche also schon Erwachsene die aber nun das Nachholen wollten was in der Sowjetunion nicht möglich war.
00:39:14: Die sind auch getauft werden wollten und diese Schicksale zu erfahren.
00:39:19: da habe ich dann gemerkt dass was du erlebt hast steht in Keimfeldnis zu dem, was diese Russlanddeutschen teilweise auch durchmachen mussten.
00:39:29: Weil sie eben als Deutsche nach wie vor als Faschisten verschrien waren und ihnen die Lebensbedingungen sehr eingeschränkt wurden.
00:39:41: Also das sind schon Schicksale.
00:39:43: Das geht einem unter die Haut wo und dass er lebt.
00:39:45: Aber das habe ich alles in Bremen dann erfahren Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnung dankbar.
00:39:56: Und dass es gerade das Schöne so wenn man in so Erfahrungsberichte geht, dass man sieht Es gibt ja die Parallelen diese Fluchterfahrungen Diese Gemeinsamkeiten von der Fluchterfahrung Die führt dann auch zu weiß ich nicht mehr Verständnis.
00:40:11: Ja genau also Wenn man heute sieht was in der großen Politik alles geschieht wie wir heute auch erleben, dass Menschen aus verschiedenen Gründen etwa aus Afrika die dort vor dem Hunger fliegen oder vor Bürger kriegen.
00:40:31: Oder Menschen aus der islamischen Welt, die hierher kommen dann hat man einen ganz anderen Blick auf diese Menschen.
00:40:39: und es schmerzt mich immer wieder wenn ich sehe das einige von denen sich denn leider so benehmen hier bei uns dass man eben insgesamt eine Abneigung hat.
00:40:50: bei vielen Menschen ist es ja leider so gegen Flüchtlinge und Migranten.
00:40:57: Das tut schon weh, denn in vielen Fällen sind das Schicksale die einen wirklich ganz tief anrühren, dass Menschen auch ihre Heimat verlassen und ein besseres Leben suchen – auch für ihre Kinder.
00:41:15: Das kann ich wirklich nachvollziehen.
00:41:18: Und gerade wenn man selber aus einem Land kommt, wo Unterdrückung an der Tagesordnung war, dann hat man natürlich mehr Verständnis für diese Flüchtlinge als andere die diese Erfahrung nicht
00:41:30: gemacht haben.
00:41:33: Ja und Bremen hat ja schon dieser Vielfalt und eher so eine hanseatische Gelassenheit um Leuten zu begegnen würde ich jetzt mal als nicht Wahlbremeren unterstellen.
00:41:47: Ja, das kann ich auch nur unterstreichen dass Bremen diese Hände sich doch sehr weltoffen ist, sich immer weltoffengezeigt hat.
00:41:55: Wir können ja nochmal einen Schlenker vielleicht machen.
00:41:57: zu dem ganzen Thema Bremen Podcast normalerweise würden wir viel über so Lieblingsorte sprechen und was man so in Bremen zeigen würde.
00:42:07: haben sie da vielleicht auch noch so was wo sie sagen wenn sie mal wieder in Bremen sind weil sie ja jetzt weiter weg wohnen?
00:42:14: das sind so vielleicht nochmal ein paar ruhe orte oder ja vielleicht auch nicht auf den ersten blick offensichtliche besuchsecken in bremen um sie mal zu nennen.
00:42:27: Ja ich bin also ausgesprochen gern auf dem markplatz sitze dann dort bei becks und Ich trinke da ein Glas Bier und schaue mir das bunte Treiben an mit dem Blick auf das wunderschöne Rathaus.
00:42:42: Und in Roland, im Dom und unser lieben Frauen also... Das ist schon ein wirklich schöner Platz.
00:42:50: oder wenn man durch die kleine Gasse geht Schnur, das spricht dann auch sehr an aber eben auch das Maritineflere dass wir in Bremen haben an der Weser, ich habe ja auch zwischendurch mal sogar in der Kirche gewohnt.
00:43:08: Als wir umziehen wollten die Wohnung war noch nicht fertig dann zogen wir in die Küsterwohnung die frei geworden war in Sankt Martini ein und dann schaute ich aus unserer Wohnung auf die Weser und das so unvergesslich schöne Eindrücke.
00:43:26: Auch die Schlachte die damals umgestaltet wurde.
00:43:28: es war ja eigentlich eine ziemlich Tote Straße, da waren ein paar Anwaltskanzleien und so weiter.
00:43:35: Und dann wurde unter der großen Koalition unter Henning Scherf diese Straße wirklich verwandelt und ist heute also ein Treffpunkt für Jung- und Alt.
00:43:47: auch an Wochenenden ist das pralle Leben.
00:43:51: Also das liebe ich dieses ganz besondere Flair dass sich mit dieser alten Handelstadt Bremen verbindet.
00:44:00: Ja, das vergesse ich immer so.
00:44:02: Ich kenne die Schlachte nur so wie sie jetzt ist und für mich war vor allem dieser Name so brutal weil ich damit nichts verbunden habe und es hört sich ja gleich so...
00:44:15: Brutal
00:44:15: an!
00:44:15: Ja, der Schlachter kommt so an und wird geschlachtet und so und alle sagten ja geh da mal hin und was soll das denn sein?
00:44:24: Ist das ein Plateau oder was ist dann?
00:44:27: Ja aber stimmt dass wenn man nur zehn Jahre hier ist, dann kennt man das ja auch nicht anders in Bremen.
00:44:36: Dass es mal anders war.
00:44:37: Ja und auf Bremerhaven da war ich auch ziemlich oft weil ich zwischenzeitlich nach meiner Panktenierung auch Vorsitzende der Union Union wurde Und für Bremen und Bremerhagen und dann fanden viele Veranstaltungen Bremer Hafen statt.
00:44:56: sofern war ich dieser Stadt auch oft und lieber auch Bremerhaven sehr.
00:45:00: Das hat sich ja großartig entwickelt, das muss man wirklich sagen dass das eine Erfolgsgeschichte ist für Bremer Hafen.
00:45:11: Kurioserweise um auf das kirchliche zurückzukommen gibt es hier nur eine Kirche in Bremerhafen die zur bremischen Landeskirche gehört.
00:45:21: Das ist die Bürgermeistersmitgedächtniskirchen Während die anderen Kirchen in Bremen zu Niedersachsen gehören zur anrufischen Landeskirche.
00:45:31: Überhaupt ist Bremen kirchlich etwas ganz besonderes, Bremen ist ja die einzige evangelische Landesküche Deutschlands, die keine Kirchenleitung hat.
00:45:42: Kein Bischof, keinen Probst oder Dekan heißt das hier ein anderer Landeskürchen oder Dubenden.
00:45:49: Jede Gemeinde ist selbstständig und verweitet sich selber Und das fand ich als wohltuend, dass man so damit auch die Gemeinde aktivieren kann indem sie selber anpacken muss.
00:46:04: In meiner St.
00:46:05: Martini-Gemeinde war immer ein Kirchenvorsteher zuständig fürs Bauwesen einer fürs Finanzwesen, einer fürs Personalwesen.
00:46:13: Ich hatte damit nichts zu tun.
00:46:15: Ich war völlig freigestellt für die Verkündigung predigt Seelsorge, Konfermannenunterricht, Amtshandlung, Taufentrauenbeerdigung und konnte ganz viele Hausbesuche machen.
00:46:26: Und das ist ein vorbildlicher Beitrag zur Endbürokratisierung der auch der gesamten Kirche Guttäte wo immer noch ganz viele Pastor nimmt mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt werden anstatt jetzt wirklich das zu tun was unsere Hauptaufgabe ist zu den Menschen zu gehen in das Evangelium, die gute frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkündigen und nicht hinterm Schreibtisch zu sitzen und irgendwelche Akten zu studieren.
00:46:55: Und Formulare auszufüllen.
00:46:57: Also das fand ich sehr gut!
00:46:59: Das ist übrigens auch etwas was ich in der DDR an meinem Vater gesehen habe.
00:47:04: Auch er war überwiegend freigestellt für die Verkündigung.
00:47:10: andere haben eben auch Verwaltungsaufgaben abgenommen.
00:47:14: Da war man eben auch schon auf diesen Kurs, dass man sagte wir müssen alles tun um die Gemeinden zu versorgen.
00:47:23: Denn auch dort gab es schon damals einen Pfarrermangel nicht so stark wie heute, sodass es wichtig war das der Pastor vor allen Dingen den Menschen begegnet und nicht den Akten und den Papieren.
00:47:37: Das habe ich damals auch wohltuend an meinem Vater gesehen.
00:47:40: Ja eine schöne Besonderheit von Bremen
00:47:43: auf
00:47:43: kirchlicher Ebene,
00:47:45: die
00:47:45: ruhig mal verkündet werden kann.
00:47:48: So ist es!
00:47:48: Jetzt können wir nur noch einmal in die Zukunft schauen und sagen ja wie sieht das aus?
00:47:54: Wie kann der Gedanke der Einheit weiter gelebt werden im Bremen- und Bremerhaven?
00:47:58: Ich denke gut wir sind jetzt Gastgeberinnen nach sechzehn Jahren wieder.
00:48:06: Das ist ja ein guter Anstoß, überhaupt darüber nachzudenken auf andere Art.
00:48:11: Weil es viel präsenter ist als vielleicht in anderen Jahren am dritten Oktober gerade in Westdeutschland.
00:48:18: Da können wir eigentlich noch so einen Wunsch raus schicken.
00:48:20: jetzt zum Ende hin.
00:48:22: Ja ganz wichtig ist das eben dass die Erinnerung an diese Zeit nicht verdrängen Nicht dramatisieren aber auch nicht verharmlosen.
00:48:32: Denn ich sehe im doch Tendenzen bei einigen auch in unserem Land, die eben auch diese Vergangenheit, die sich mit der DDR verbindet, verklären.
00:48:45: Und ich sehe auch Tendenzen das behauptet wird wir dürfen nicht zulassen dass die Erinnerung an die Zeiten DDR nur geprägt wird von den sogenannten Zeitzeugen zu denen ich mich zähle sondern das müsste auch ganz anders wissenschaftlich aufgearbeitet werden, denn die Zeitzeugen berichten darüber emotional und damit eben auch verzerrt über die Vergangenheit.
00:49:13: Die Geschichte würde uns angeblich lernen dass eben doch auch vieles sachlicher im Rückblick betrachtet werden müsste nicht nur kritisch sondern auch auch in der Diktatur angeblich positiv gelaufen sind müssten gewürdigt werden.
00:49:32: Ich denke da an eine Veranstaltung, die ich in Berlin mitgemacht habe – eine Veranstalung, die der damalige Kultus-Senator Lederer von der Linkspartei geleitet hat – DDR neu beschreiben, wo er ihm auch ausdrücklich sagte, die Zeitzeugen verzerren das Bild und das finde ich nicht
00:49:56: richtig.".
00:49:57: Denn wir sind diejenigen, die gerade weil wir so intensiv uns mit der DDR auseinandersetzen mussten eben auch damit Wesentliches zur Aufarbeitung dieser Geschichte beitragen und das denke ich sollte auch am dritten Oktober immer wieder herausgestellt werden.
00:50:20: So wie wir es hier auch im Blick auf das Dritte Reich haben wo wir auch dankbar sind dass es immer noch Zeitzeugen gibt etwa aus den Konzentrationslagern, die uns hier auch berichten was damals geschah und wo man ja auch nicht sagen würde das sollten wir nicht weiter pflegen.
00:50:39: Die sprechen ja zu emotional verständlicherweise über die Vergangenheit was sie erlebt erlitten haben.
00:50:45: Nein dieses Zeugnis ist doch wichtig damit wir gerade der nachfolgenden Generationen zeigen Seid dankbar für das, was wir hier haben bei allem, was ja auch in unserem Land wirklich verbessungswürdig ist.
00:50:58: Da kann jeder eine ganze Menge aufzählen gerade an unseren Tagen.
00:51:03: aber seid dankbar dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben wo die Freiheit in der Kultur und in der Presse im Verdammlungswesen all den Dingen haben was eben in einer Diktatur gar nicht gegeben ist.
00:51:20: Und das sollte eben auch weiterhin wichtig sein am dritten Oktober daran zu denken, dass wir Grund haben zur Dankbarkeit für das was mit dem Jahr neunzehnundachtzig geschehen ist.
00:51:34: Dass wir wieder ein Volk sind, das zusammenwächst.
00:51:40: ja vielleicht ist da noch einiges zu tun Das will ich nicht abstreiten aber wir haben doch wieder eine gemeinsame Verantwortung in Ost und West für die Zukunft unseres Landes.
00:51:54: Es kann kein besseres Schlusswort geben, ich danke Ihnen sehr viel das Gespräch!
00:51:59: Und ich danke Ihn dass Sie hierher gekommen sind und wir dieses Gespräch führen konnten.
00:52:04: Ja und ich danke auch der Bundesstiftung Aufarbeitungen mich auf den Trichter zu bringen im Zeitzeugenbüro zu gucken in der Datenbank usw.
00:52:12: Vielen vielen Dank.
00:52:51: Das war der Bremen Podcast.
00:52:53: Ihr habt Fragen und Anregungen, schreibt uns via podcastatwfb-bremen.de.
00:52:58: Wir freuen uns auch über eine gute Bewertung in deinem Podcast Player des Herzens!
00:53:03: Dieser Podcast wird herausgegeben von der WFB
00:53:05: Wirtschaftsförderung
00:53:06: Bremen.
00:53:07: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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