Tag der Deutschen Einheit Spezial: Farukh Sauerwein über die Nachwende-Generation in der Literatur

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00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Bremen Podcasts wieder ganz im Zeichen viele Stärken.

00:00:19: ein Land in unserer Reihe zum Tag der Deutschen Einheit.

00:00:23: Heute habe ich einen Schlenker vor in die Welt der Wissenschaft, deswegen ist Faruch Sauerwein heute zu Gast!

00:00:33: Hallo, vielen Dank für die Einladung.

00:00:35: Ich freue mich auch sehr dass wir das geschafft haben, dass du da bist.

00:00:41: ich wollte immer sagen genau Du bist so ganz tief in der Literatur drin aber du hast tatsächlich in Hildesheim kreatives Schreiben studiert und hast auch schon mal gesagt mir vorgespricht dass du in Westdeutschland zum Ostdeutschen geworden bist.

00:00:56: Das sind nur ganz wenig Dinge die ersten Dinge, die auch dazu führen, dass wir uns sozusagen noch intensiver unterhalten wollten.

00:01:06: Und du forscht auch zu Post-Wende-Repräsentationen in der Literatur?

00:01:14: Genau.

00:01:14: Erzähl

00:01:15: mal mehr darüber!

00:01:19: Also mein... also ich bin an der Uni Prem, wissenschaftliche Mitarbeiter in der Germanistik Und ich promoviere dort zum transgenerationalen Erinnern der Nachwendegeneration in den aktuellen Romanien.

00:01:35: Das klingt jetzt erst mal sehr, sehr sperrig und sehr groß aber mein Fokus ist eben die Nachwendegeneration.

00:01:45: das sind die Leute, die in Ostdeutschland nach Erinnerungen während die DDR haben und auch an die Wiedervereinigung.

00:02:00: Und mir ist eben aufgefallen, dass so seit ungefähr zehn Jahren diese Generationen beginnt öffentlich in der Scheinung zu treten.

00:02:09: Die schreiben Romane, die schreiben Essay-Bande, die sind bei Podiumsdiskussion beteiligten, haben ihre ganz eigene Perspektive auf Ostdeutschland.

00:02:24: Genau, das ist mir eben aufgefallen.

00:02:25: Dass sehr viele Romale dazu erscheinen und da dachte ich mir dann müsste man mal etwas dazu schreiben wie in diesen Büchern die DDR erinnert wird weil es doch ein bisschen anders funktioniert als bei vorherigen Generationen.

00:02:41: Da wollen wir gleich noch mal ein bisschen näher drauf eingehen.

00:02:43: Aber vorher noch einmal so für den Einstieg, für die Hörerinnen und Hörern... Du bist in Bremen!

00:02:50: Wie lange bist du schon im Bremen?

00:02:51: Wie bist du hier angekommen?

00:02:52: Was wäre deine Ankommengeschichte?

00:02:56: Als Meiner würde ich jetzt nicht wirklich als spektakulär bezeichnen.

00:02:59: Ich bin seit Herbst-Zweißen-Neunzehn hier in Breemen.

00:03:04: Und es hat eigentlich recht pragmatische Gründe.

00:03:06: Ich habe davor in Hadesheim eben studiert ... wollte in eine größere Stadt ziehen, das dann doch etwas beschaulich.

00:03:14: Aber es sollten nicht soweit weg sein von Hildesheim und dann... ... kamen ein paar Stücke zur Auswahl und da ich zufällig durch den Praktikum davor in Bremen das erste Mal war... ... fand ich die Stadt irgendwie ganz angenehm und ganz schön, deswegen... ... hier gelandet für meinen Master dann und hier geblieben.

00:03:37: also ist keine... keine langfristig geplante Entscheidung gewesen, aber jetzt bin ich ja doch schon sieben Jahre hier und werde es glaube ich auch in einer Weile

00:03:48: bleiben.

00:03:49: Ja also eine Forschung zu diesen Generationenübergreifenden Erinnern in der Literatur das ist ja vielleicht auch so ein bisschen wie eben auch ich jetzt hier den Antrieb habe so viele Stimmen zum tagte-deutschen Einheit zusammenzubringen.

00:04:07: Das ist ja so ne Art Persönliche Betroffenheit, vielleicht nochmal für die Hörenden.

00:04:12: Welche Gehörst du zu dieser Generation?

00:04:15: Die sehen dich jetzt ja nicht oder selbst dann kann man es immer schlecht schätzen.

00:04:21: Wie ist da so dein Bezug, dein privater Bezug sozusagen und deine Betroffenkeit?

00:04:27: Den persönlichen Bezug gibt's auf jeden Fall.

00:04:29: also das Thema hat selbst mit mir zu tun was natürlich sehr viel Spaß macht wenn man dazu forscht man das immer mit eigener Erfahrung abgleichen kann.

00:04:39: Man sollte auch mal ein bisschen vorsichtig sein und schauen, dass es nicht zu persönlich wird.

00:04:44: Aber ich denke, das klingt mir ganz gut!

00:04:46: Ich bin genau neunzehnundsechstenneinzig geboren also das ist dann schon für diese nachwendige Generation die jüngere Hälfte würde ich mal sagen und im südlichen Sachsen auf dem Land aufgewachsen.

00:05:01: Hört man nicht, würden manche vielleicht hier in Norddeutschland sagen?

00:05:06: Genau.

00:05:07: Aber höre ich auch nicht gern.

00:05:08: diesen Spruch hört man nicht.

00:05:10: Das hat auf eine längere Geschichte, das hat man nämlich sehr lange gehört und du hast vorhin schon angesprochen die Ost-Deutsch-Währung im Westen ist so eine typische Erfahrung viele Ostdeutsche, aber auch eben der Nachwendegeneration nach wo man ja immer gesagt hat dass diese Generation die diese Teilung gar nicht mehr selbst erlebt hat wachsen sich die Unterschiede aus und dann hat das mit den jüngeren Leuten nicht mehr so viel zu tun.

00:05:46: Da zum Beispiel Dialekte sind ein Thema wenn man selbst in Dialekt spricht einen der mit Ostdeutchland verbunden wird nach Westdeutschland zieht, dann hat man gewisse Reaktionen und Erfahrungen wo man dann merkt okay hier wird mir irgendeine Herkunft zugeschrieben die ich bisher gar nicht so so reflektiert habe oder die gar nicht eine große Rolle bisher gespielt hat aber jetzt spielt sie eben eine Rolle weil ich ständig damit konfrontiert werde.

00:06:20: Und das ist eine Erfahrung die ich selbst gemacht hab.

00:06:25: Dafür musste ich witzigerweise nicht mal in den Westen, nach Westdeutschland ziehen.

00:06:35: Das hat schon gereicht an die Uni Jena zu kommen.

00:06:39: Da habe ich meine ersten Studienerfahrungen gemacht.

00:06:42: und Jena ist natürlich eine sehr attraktive, sehr beliebte Stadt wo sehr viele Studierende auch aus Westdeutzschland kommen und das ist wirklich nicht weit entfernt von dem Ort, wo ich aufgewachsen bin.

00:06:55: Aber schon dort ging es los, dass mir wieder gespiegelt wurde.

00:06:58: Arturid ist aber komisch was?

00:06:59: Das nennt sich ein komischer Dialekt, obwohl eigentlich der Dialekt ist, der dort gesprochen wird.

00:07:07: Genau!

00:07:07: Und das beschäftigt mich dann jetzt auch schon fast zehn Jahre erst so ein bisschen... Nicht wirklich bewusst, aber irgendwann ist es mir doch bewusst geworden.

00:07:21: ... auch mit den Büchern zu tun, die ich jetzt untersuche.

00:07:26: Diese Romane, die dann erschienen sind... ... wir selbst geholfen haben das zu verstehen,... ... dass es eben doch einen Unterschied macht in welchem Teil dieses Landes man aufgewachsen ist und mit welcher Sozialisation wenn man jetzt auf Ost- und Westdeutschland schaut.

00:07:46: Wie siehst du überhaupt diese Terminologien?

00:07:50: Ostdeutschland,

00:07:51: Westdeutsche Land.

00:07:52: Ich habe meinem Co-Horst Kollegen Olaf auch gesagt naja genau also es ist auch so eine Sache wie man das jetzt selber als Identität formulieren will weil Es immer so ein Zwiespalt oder so ne Gratwanderung ist warum man Also was man davon halt so preis gibt und wie man dass jetzt formuliert und wofür dann das vielleicht stehen kann?

00:08:14: Weil es ja ganz unterschiedliche Menschengruppen gibt die dann für sich in Ja, vielleicht so eine Form von... Also nicht radikaler Abgrenzung.

00:08:27: Aber irgendwie doch schon so einer besonderen Form von Abgrenzungen nutzen die ich jetzt nicht hundertprozentig unterschreiben würde als Person?

00:08:46: Thema kommt bei mir auch immer wieder auf, vor allem wenn man sich tagtäglich sehr mit diesem Thema beschäftigt.

00:08:52: Dann verliert man manchmal ein bisschen das Gefühl dafür und dann sieht man immer diese Unterschiede.

00:09:01: Ich habe es für mich so gelöst dass ich für mich sage ich bin ausdeutsch sozialisiert.

00:09:10: Alles, was man in der Familie über Erzählungen und auch Übererziehungen so mitgegeben wurde.

00:09:18: Das ist schon zum Teil recht spezifisch aus Deutsch gewesen.

00:09:27: Als Ausdeutscher würde ich mich gar nicht unbedingt bezeichnen, weil ich liebe jetzt auch schon Dritte meines Lebens nicht mehr in Ostdeutschland.

00:09:37: Ja, ich bin durch die Herkunft damit verbunden.

00:09:40: Hört

00:09:43: ihr denn eigentlich diese Generation?

00:09:46: Du hast damals vorhin gerade gesagt... ...das ab Ninzehntfünfund Achtzig.

00:09:53: würdest du diese Post-Ost-Nachwändegeneration so definieren und hat die dann ein Ende?

00:10:03: Also weil irgendwann Oder kann man das noch nicht prognostizieren?

00:10:07: Denn eine Generation ist ja auch, können ja auch durchaus ein sehr langer Zeitraum sein.

00:10:13: Ja und da gibt es... also in der Sozialwissenschaft gibt's auch zu dieser Generation verschiedene Ansätze und man sieht sich auch gar nicht einig welche Geburtskochorte die genau umfassen.

00:10:26: ich habe jetzt für meine Forschung gesagt, dass der frühestmögliche Zeitpunkt das anzusetzen diese Generationen umfassen so zwölf, dreizehn Jahre.

00:10:38: Wenn man das dann so rechnet können wir sagen bis Ende der Neunzehneunzige.

00:10:44: aber man kann jetzt auch noch nicht so richtig abschätzen was ist eigentlich die... Was würde nächste Generation ausmachen?

00:10:52: Gibt es da eigentlich einen großen Unterschied oder verwässert es irgendwie in Bezug auf auf ostdeutsche generation auch irgendwann?

00:11:03: vielleicht kommt wirklich irgendwann der punkt wo man sagt okay es gibt keine ostdeutchen generation mehr.

00:11:09: das hatte man eigentlich schon vor vor zwanzig jahren gesagt ok es gibt die noch die wendegeneration und dann ist los da gibts die die gesamte deutschen generation bis man jetzt gemerkt hat oh das sind ja immer noch unterschiede.

00:11:26: Aber soweit ich weiß, gibt es aktuell noch keine Forschung zu diesen ganzen jungen Chorten die dann in den zweitausenden Geboren sind.

00:11:36: Es wäre sehr interessant ob das nochmal eine andere Perspektive

00:11:41: auf

00:11:42: DDR-Videovereinigung aus Deutschland ist.

00:11:45: Also ich finde das schon interessant weil da jetzt zum Beispiel so ausgehe von diesen Menschen, die jetzt... naja, fünfund acht sieh, die sind jetzt vierzig, einundvierzig Die sind zum Beispiel, jetzt sagen wir mal in Bremen.

00:11:59: Können die ja sein?

00:12:00: Ja.

00:12:01: So und dann haben die vielleicht auch wieder Familie so.

00:12:04: Dann ist ja immer so.

00:12:05: die Frage das hatte ich in anderen Gesprächen mit Zeitzeugen usw.

00:12:08: Auch z.B.

00:12:10: so ein Phänomen wie Kindertag Ich weiß nicht kennst du das?

00:12:13: Würdest du das weitergeben?

00:12:15: oder wenn du jetzt einen Neffen hier hättest oder irgendwie Würdest du das, also es gibt ja immer so Sachen die so Traditionen auch die so weitergehen.

00:12:26: Also deswegen kann ich mit auch viel jüngere Menschen vorstellen dass sie ganz spannend sein könnten in der Wahrnehmung.

00:12:37: Also mit Kindertag meinst Du den ersten Juni wahrscheinlich?

00:12:40: Ja genau.

00:12:41: Den kenne ich auf jeden Fall auch noch.

00:12:45: Also der wurde bei mir auch noch fortgeführt.

00:12:47: Sehr schön!

00:12:49: Ich würde den auch fort mit meinem Kind.

00:12:52: Es

00:12:53: ist doch eine schöne Sache?

00:12:55: Ja, auf jeden Fall.

00:12:57: Dann natürlich auch die Frage wie Institutionen das so weitergeben oder eben nicht und ob man das dann nur... also wenn es nur im persönlichen und privaten weitergegeben wird ja geht wahrscheinlich auch einiges verloren Mit der Zeit, aber...

00:13:16: Ich bin gespannt.

00:13:17: Hast du denn zum Beispiel auch andere Sachen wo du sagst die hast du mitgebracht aus dem südlichen Sachsen?

00:13:27: Ach es ähm ich glaube ja so ein paar Gerichte

00:13:32: oder so

00:13:34: Quarkäuchen.

00:13:35: Ohja!

00:13:36: Ich kenne quarkäucheln auch auch wenn ich keine Sechsen bin, aber ich kann die tatsächlich auch ganz gut zubereiten.

00:13:44: Also wollen wir erzählen was das ist?

00:13:47: Für die, die es nicht wissen.

00:13:48: Das klingt ja ein bisschen fleischig.

00:13:50: Quarkkäucheln.

00:13:51: Man könnte denken eine Keule.

00:13:53: Ja, es klingt ein bisschen rustikal.

00:13:56: Aber es sind eigentlich Kartoffelquark und dann in der Form wie Kartoffelpuffer.

00:14:04: Sie schmecken auf jeden Fall alles.

00:14:06: als Kartoffelepuffe Ist man dann meistens süß mit, ich kenne das mit

00:14:11: Apfelmus.

00:14:13: Oder Zimt und Zucker?

00:14:14: Genau.

00:14:15: Und auch Rosinen drin in den Quarkkäucheln.

00:14:18: Also in meinen Quarkkäucheln sind oft Rosinen... Ja

00:14:20: ja, in meinen waren die zum Beispiel

00:14:22: nicht.

00:14:24: Ach!

00:14:24: Ich erkenne es ist ein Leipziger Rezept bei mir.

00:14:26: ... denn Nord Sachsen sozusagen?

00:14:31: Ja, vielleicht sind da auch schon wieder Unterschiede.

00:14:34: Genau!

00:14:34: Aber das wäre zum Beispiel ein Gericht... Das hat meine Oma sehr viel oder sehr oft gemacht.

00:14:38: Jedes Mal wenn ich zu Besuch war was so typisch für mich irgendwie mit dieser Region verbunden ist.

00:14:45: Also da gibt es die auch Gefroren im Supermarkt.

00:14:49: Ja, das habe ich auch schon gesehen.

00:14:51: und dann hatte er so eine bekannte gute Freundin aus Frankreich und die dachte, das war Fleisch, die hat es

00:14:56: gekauft

00:14:58: eingeschweißt Weil es steht halt Keule.

00:15:01: Das dachte sie irgendwie so, das wäre was.

00:15:04: und dann ja war sie ein bisschen verwundert dass das ganz anders schmeckt als kein Schnitzel oder so.

00:15:12: Ja, das stimmt!

00:15:13: Es gibt ja Jägerschnitzel auch eingeschweißt im Supermarkt.

00:15:18: Echt?

00:15:18: Hab ich gesehen.

00:15:19: also dieses panierte

00:15:21: Wurststück

00:15:22: muss man da zusagen.

00:15:24: Auch das würde man hier jetzt... ... auch schlecht im Supermarkt bekommen, glaube ich.

00:15:28: Ja, wahrscheinlich

00:15:30: schon.

00:15:31: Dann gehen wir noch mal ein bisschen tiefer rein in diese Forschungssachen.

00:15:35: Du hast einmal jetzt hier ja schon Bücher mitgebracht?

00:15:38: Ich weiß nicht die flankieren... ...ich habe auch einen Buch mitgebacht.

00:15:42: Das ist das Buch zu einer Lesung, die du moderiert hast wo ich auch war und von Peggy Medler was du jetzt wahrscheinlich nicht mit drin hast in der Forschung in dem Sinne weil die Generation eine andere

00:15:58: ist.

00:15:58: Genau, das Buch Selbstregulierung des Herzens von Peggy Maitler.

00:16:02: da war die Lesung hier im

00:16:05: April glaube ich

00:16:08: gewesen.

00:16:10: Das hat jetzt nicht der Fokus meiner Forschung aber trotzdem sehr tolle Romanen über die Geschichte DDR den ich empfehlen kann weil danach ein sehr interessanter und spezieller Blick aus Sicht der Wirtschaftsgeschichte, der DDR und der Kybernetik vor allem auf dieses Land geworfen wird.

00:16:35: Und auch die Ideen, die dahinter standen und wie die Ideien gescheitert sind mit ihnen die Leute, die an diese Ideale geglaubt haben zum Teil andere, die unter dem System gelitten haben.

00:16:55: Also man hat dann breites Figurenpersonal und lernt einiges über die DDR.

00:17:00: Das kann ich sehr empfehlen, das Buch.

00:17:05: Und genau, aber ich habe noch ein paar andere Bücher mitgebracht.

00:17:11: Ich würde zum Beispiel... Genau!

00:17:13: Mit diesen beiden Anfang hier liegen einmal Nachwändekinder von Johannes Nichelmann und Ostbewusstsein von Valerie Schönaan.

00:17:26: Publizistische Bücher, journalistische Büche also keine Romane.

00:17:34: Die sind für mich aber so die zwei Ankerpunkte wo dieses Selbstverständnis der Nachwendegeneration formuliert wird.

00:17:44: Johannes Nichehlmann hat Gespräche geführt mit Personen aus dieser Generation, und dort vor allem sich mit Fragen der Sozialisation beschäftigt.

00:18:03: Also wie ist diese Generation durch die DDR geprägt?

00:18:07: Aber vor allem auch mit dem Schweigen in den Familien.

00:18:11: Es wird natürlich einiges weitergegeben als deutschen Familien aber über einiges wird nicht so viel gesprochen.

00:18:19: Und in diesem Buch beschäftigt er sich sehr viel mit dem Schweigen und damit wie diese nachgeborene Generation dieses Schweigen auch auf eine Art brechen kann, wie dieser Generation Fragen stellt an die Eltern.

00:18:36: Wie es diese Generation gelingen kann über... Also die Position zum System DDR zum Beispiel zu sprechen, weil sie eben selbst nicht mehr involviert waren.

00:18:53: Und das ist genau... Das drückt für mich so ein Selbstverständnis aus dieser nachwendige Generation was diese Generation auch leisten kann und was diese generation von vorherigen Generationen unterscheidet.

00:19:07: Sie kann dieses ganze Thema unbefangene angehen.

00:19:12: Ich würde sagen, der Auftrag klingt so groß.

00:19:18: Aber das Potenzial dieser Generationen liegt darin Fragen zu stellen und zur Hinterfragen.

00:19:31: Kommen da auch so Stimmen?

00:19:33: Dass man... Also so hinterfragen ist ja erstmal ein erster Schritt.

00:19:46: Manchmal gibt es ja so Narrative von genereller Unzufriedenheit und irgendwelchen ... Ja, also eine generellen negativen Haltung.

00:19:59: Und ich hab das Gefühl dass sich schon, aber das ist jetzt total wissenschaftlich unfundiert sondern nur so ne Wahrnehmung so Dass sich schon was verändert auch überhaupt in der Haltung Also dass es schon mehr nach vorne geschaut wird

00:20:14: auch

00:20:14: gleichzeitig, also dass man so positive mehr ins Machen kommt und nicht so viel in so einer Trauer ist oder so?

00:20:30: Du meinst die Trauer über das... Also darüber da war ein Land.

00:20:35: Das gibt es jetzt nicht mehr.

00:20:36: Da war ein System.

00:20:37: Oder die Trauere darüber.

00:20:38: Ja mir geht's schlecht!

00:20:40: Also mir gehts schlecht jetzt Geschichte ist schuld daran, so irgendwie.

00:20:51: Also das ist ja jetzt die neue Generation hat doch sicherlich da ganz neue Ansätze oder?

00:21:02: Ja auf jeden Fall.

00:21:03: man hat also die Generation hat ja nicht mehr selbst diese diese Transformation den direkten Umbruch selbst miterlebt und dadurch auch nicht eine direkte Verlusterfahrung.

00:21:17: Also der ist jetzt kein Staat abhandengekommen oder kein System, trotzdem ist sie natürlich in den Neunzigeren und in den Nullerjahren aufgewachsen die natürlich von dieser Transformation geprägt waren.

00:21:33: das war neben die Folgen und die Nachwählen.

00:21:39: Aber ich habe schon den Eindruck, dass diese Generation weit über Osteigie hinausgeht oder dieses bloß die Trauer aber eben auch nicht wie man das vielleicht vor zehn, fünfzehn Jahren noch dachte dass das so gar keine Rolle mehr spielt.

00:22:06: Ich habe einen Zitat von Joachim Gauck gefunden, von den Jungen von Jahrzehnten, wo er meinte, in der jungen Generation gibt es ja eigentlich gar keine Unterschiede mehr.

00:22:17: und das ist ja jetzt Friedefreude Eierkuchen und Einheit.

00:22:22: und ein paar Jahre später kommen dann diese Romane plötzlich.

00:22:27: Genau, kommt dann auch Maleri Schönja an um auf das andere Boden noch zu kommen und spricht vom Ostbewusstsein.

00:22:33: Dass es in dieser Generation gibt also irgendwas beschäftigt die ja offensichtlich noch.

00:22:40: aber ich glaube es ist nicht so... Es hat eine gewisse Distanz natürlich zeitlich emotional.

00:22:57: Also wenn man sich den Ost-West-Diskurs anguckt, das ist ja seit ein paar Jahren sehr präsent, wenn man an Dirk Oschmann denkt mit seinem Buch der Osten eine westdeutsche Erfindung oder Jana Hänse die jetzt auch dieses Jahr ihr neues Buch ausgebracht hat.

00:23:18: Das sind sehr laute Stimmen mit einer sehr eindeutigen Positionierung und ich glaube Die Nachwindegeneration möchte sich gar nicht eindeutig positionieren, sondern sucht eher das Verständnis oder das Gegenüberstand von verschiedenen Gedächtnissen auch.

00:23:42: Man kann DDR ja sehr verschiedene erinnern und man kann schauen irgendwo auf das staatliche, auf die Diktatur... Man kann schauen auf den Alltag, den es in dieser Diktatur gaben.

00:23:53: Dann hat man schon zwei komplett verschiedene Bilder von einem demselben Land und ich glaube die Nachbarin Generation kann versuchen da ein bisschen zu vermitteln auch im intergenerationalen Dialog mit den Eltern und Großeltern, die das vielleicht nicht so gut konnten oder können weil sie eben selbst noch involviert waren.

00:24:19: Ja, das klingt total sinnvoll auch und irgendwie plausibel dass die so eine Vermittler in Generationen sind oder so eine Rolle einnehmen.

00:24:30: Wie ist das für alle zu hören?

00:24:33: Oder wer soll das lesen?

00:24:35: Es ist ein Spiegelbesteller steht drauf.

00:24:40: Die Bücher haben bei den sehr ähnlichen Ansatz auch weil ich mich schön jahre gibt es eines dieses eigene Reflektüren über die Herkunft und hat in beiden Büchern diese Ostwertung im Westen, eben dieser Erfahrung bei sehr vielen verschiedenen Menschen.

00:24:59: Meine Rishönian hat im Gegensatz zu Ernst-Nichelmann Personeninterviews, die schon im öffentlichen Leben stehen als Lukas Ritsche zum Beispiel den Schriftsteller Jana Hänsel auch Genau, dann noch mal eine andere.

00:25:20: Also die sich auf Stärke in diesem Diskurs positionieren und das unterscheidet die Bücher dahingehend.

00:25:26: Ich würde trotzdem beide empfehlen weil sie doch verschiedenes abdecken.

00:25:35: Wer ein Premenbezug möchte den gibt es in Nachwändekinder von Johannes Nichelemann.

00:25:40: Da gibt es auch eine Erfahrung von einer Person aus Sachsen-Anhalt kommt und für Studium nach Bremen gezogen ist.

00:25:53: Und hier eben dann konfrontiert wird mit, was ich vorhin schon meinte, mit Dialekt damit dass er sich jetzt so zu Ostdeutschland positionieren soll immer sich irgendwie dazu verhalten soll obwohl das eigentlich gar nicht möchte Aber fand ich ganz interessant, weil er mir dann einen direkten Bezug hat zu prämen und

00:26:19: dass das da auch vorkommt.

00:26:22: Ja, das ist eigentlich auch so eine Parallele.

00:26:26: Das führt jetzt ein bisschen zu weit.

00:26:27: aber genau das ist ja bei Kiamandan Gociaditi in diesem romanen Amerikaner wo sie aus Nigeria nach in die USA zieht und dann da sozusagen für den afrikanischen Kontinent sprechen soll oder so einfach nur so.

00:26:50: Und zurückkommt, weil sie in den USA war amerikaner genannt wird in Nigeria also so dann überall irgendwie eine Zuschreibung kriegt aber auch in den usa ja wieder ne andere sozusagen Gruppe ist als aus afrikanischen Ländern stammenden Studierenden haben so eine eigene Studienvertretung und sind in einer eigenen Position, andere Positionen als die, die ja in den USA sozusagen eine schwarze Studentenbewegung oder so haben.

00:27:34: Also das sind einfach zwei verschiedene Dinge.

00:27:37: Und genau sie erlebt auch Sachen, was Akzent angeht oder so.

00:27:41: Ich will das jetzt nicht genau in so eine Parallelität bringen aber dieses für diese Gruppe sprechen.

00:27:46: Das ist ja immer sehr die dann als Ostdeutschland, als homogene Gruppe wo es immer so können alle die verschiedenen Bundesländer aufzählen?

00:27:56: Oder ist das eigentlich ein Bundesland für manche, ne?

00:27:59: Das ist Ja immer so so ein Hin und Her und das nimmt ja ab.

00:28:04: also es gibt ja schon eher Und gerade, ich finde hier so Bremen ist eher ja schon eine bunte Stadt tendenziell und auch so eine gelassen hanseatische.

00:28:18: Ich weiß nicht wie du das so wahrnimmst wo man sehr gut ankommen kann?

00:28:24: Ja auf jeden Fall.

00:28:25: Also hier bin ich eigentlich immer auf sehr viel Interesse für dieses Thema gestoßen.

00:28:32: Ja schon bemerkenswert, dass ich dieses Thema hier in Bremen untersuche.

00:28:39: Also es wird natürlich ganz viel zu dieser Literatur oder allgemein zur Ostdeutschland geforscht.

00:28:45: Meistens findet das eben auch eine Ostdeutzche Stadt.

00:28:48: Uni Leipzig zum Beispiel oder wenn man Berlin auch noch dazu zählt und das hat sich einerseits so ergeben, da ich jetzt hier forsche.

00:28:58: aber ich finde ist schon auch auf eine Art wichtig das hier zu machen jetzt vor ein paar Wochen auch einen Vortrag an der Uni gehalten, vor Studierenden und dann hat mir davor dann auch so Gedanken gemacht.

00:29:15: Also der Vortrack war zu diesem Thema, zu meinem Promotionsthema, wir haben auch so gedanken gemacht ja wen interessiert das denn hier überhaupt?

00:29:23: Jetzt kommt man hier mit Ost-West.

00:29:30: dann war ich doch sehr positiv überrascht, wie viel Interesse für dieses Thema gab und dass natürlich auch einige hier studieren die in Ostdeutschland aufgewachsen sind.

00:29:41: Irgendwie habe ich ja selbst gemacht aber irgendwie bin nicht davon ausgegangen das es ja kaum jemand wäre.

00:29:47: sonst weil natürlich alle... Das ist jetzt auch nicht vor sich her tragen natürlich diese Herkunft und dann fand ich es irgendwie eine sehr schöne Erfahrungen, so viele Gespräche zu kommen.

00:30:02: Auch hier ist das wichtig oder vielleicht gerade hier dieses Thema auch zu besetzen und ich finde Prem da schon ein sehr aufgeschlossenen Ort dafür.

00:30:12: Wir haben jetzt also am Rande bei der globale dem Festival für grenzüberschreiende Literatur mit ein bisschen beteiligt und wir haben ja jetzt auch schon mehrere Lesung gemacht zu diesem Thema, weil eben da auch von Seiten der Globale gesagt wurde okay das ist auch ein Aspekt von Grenzüberschreitung und eine grenze überschreitende Literatur.

00:30:41: Und ich finde es sehr schön dass hierfür auch der Raum ist darüber zu sprechen und die Veranstaltung werden immer sehr gut angenommen.

00:30:51: Ja, also wenn wir auch noch an die Veranstaltung denken von Leon Grau.

00:30:56: Das ist eine Buch was wir noch nicht genannt haben und das auch hier rumliegt.

00:31:00: Da war es ja auch unheimlich gut besucht.

00:31:04: Ja da war ich auch sehr positiv überrascht.

00:31:07: Da kannten uns doch gar nicht aber wir waren beide da!

00:31:12: Ich habe leider das Ende nicht mitbekommen weil der Fahrer bei der Globale war

00:31:18: und

00:31:18: dann weiter musste.

00:31:21: Es wurde ja auch sehr, sehr lebhaft bei dieser Podiumsdiskussion danach noch mit dem Publikum diskutiert.

00:31:28: Wurde mir berichtet...

00:31:29: Ja es gab also wieder so eine ältere Person die gesagt hat, die jungen Leute können das gar nicht... Die haben das gar nie erlebt!

00:31:34: Die könnten das gar nichts sagen!

00:31:35: Das wäre genau dein Thema gewesen!

00:31:40: Ihr wisst gar nicht wie das war.

00:31:42: Ich fahr damals Da, ich bin alt.

00:31:44: Ich weiß es besser so und aber dann war's doch irgendwie genau.

00:31:49: das Podium hat ganz gut eingefangen finde ich also gut.

00:31:53: in Kontext gesetzt an weil es waren genau diese unterschiedlichen Stimmen konnte man die Urnachstellen kamen dann so raus.

00:32:02: Das war wirklich sehr schön!

00:32:03: Würdest du nochmal eine kleine Einordnung zu dem Buch geben?

00:32:07: Weil das ist ja für alle, die sich auch noch mal popkulturell interessieren ganz schön Menschen, die gerne Musik hören oder uns weiter sich für Kunst interessieren überhaupt... Ist es auch sehr kurzweilig finde ich als

00:32:23: Buch?

00:32:23: Ja genau und ich habe das Buch auch sehr gern gelesen Eigentlich eine wissenschaftliche Publikation, Analogs und Jonas Brückner haben untersucht wie in den Pop-Kultur thematisiert wurde.

00:32:40: In Romanen natürlich, in Filmen und Musik.

00:32:47: Und das Buch ist fast so ein kleines Lexikon zu... eben zu filmen Büchern und so.

00:33:00: Wenn man sich da ein bisschen einlesen will, hat man da einen guten Überblick und andererseits lernt man sehr viel über diesen ganzen Erinnerungskomplex oder nicht nur Erinnerungen allgemein welche Welche verschiedenen Themen aufkommen, wenn man über die Wiedervereinigung... Hier ist der Fokus auf die Wieservereinnigung und den Ost-West-Diskurs spricht.

00:33:33: Man hat da genau zum Beispiel auch Themen wie Geschlechterverhältnisse, die neu ausgehandelt wurden mit der Wiederverreinigung durch natürlich andere ein anderes Wirtschaftssystem, was auch darauf Einfluss hat.

00:33:51: Man hat Verlusterfahrungen es geht um Utopien Es geht um kontrafaktische Erzählungen.

00:33:59: Also was wäre gewesen wenn die DDR weiterbestanden werden oder wenn sie wieder für einiges anders verlaufen wären?

00:34:07: Das ist auch ein sehr interessantes Kapitel um Ost-West linke Missverständnisse.

00:34:16: Die Westdeutschen Linken nach Ostdeutschland kamen kurz, kurz nach der Wiedervereinigung mit den besten Intentionen natürlich.

00:34:25: Aber es trotzdem da sehr viel Reibung gab.

00:34:27: und das heißt man lernt über diese Popkultur sehr viel über Zeitgeschichte, über das was nach neunundneunachtzig passiert ist und was eben wiedergespiegelt wird in diesen

00:34:40: In den Kunstformen, auch in Liedern.

00:34:42: Also so Songs wo Songtexte rausgenommen werden.

00:34:46: und ja das war schon weiß ich nicht, einundneunzig wurde da schon so gesungen.

00:34:53: Und wie würde man das jetzt?

00:34:54: oder was gibt es noch an Sachen?

00:34:58: Wie wird das jetzt kommuniziert?

00:34:59: Was ist mit, weiss ich nicht wie eine Rapperin Suki oder sowas... Was hört man daraus?

00:35:06: oder wo hört man vielleicht nicht ... so solche Sachen oder so.

00:35:10: Das finde ich auch schon... ... total gut, um auch nochmal ist es für mich kommt's auch ein bisschen so rüber dass man dokumentiert wie die Erzählweise sich über diese ganze Thematik verändert im Laufe der Zeit?

00:35:28: Ja auf jeden Fall das stelle ich auch in meiner eigenen Forschung fest weil Es werden ja jetzt nicht erst seit zehn Jahren Bücher über Ostdeutschland geschrieben.

00:35:42: Und hier in diesem Buch wird es eben auch sehr gut dargestellt, der Begriff des Nachartys wird immer sehr inflationär gebraucht aber er ist dann doch recht treffend.

00:35:55: wie kann man die deutsche Einheit erzählen?

00:35:58: Man kann das als Zusammenwachsen erzählen oder eben was sehr kontrovers ist, es als Kolonisierung erzählen.

00:36:11: Als Eingliederung oder an

00:36:15: den Beitritt oder die Angliederung an Westdeutschland.

00:36:20: und da steckt natürlich immer ganz viel drin an Hierasierungen, die dann auch aufgemacht werden zwischen Ost und Ost und Westdeutschland.

00:36:34: Und ich finde es schon wichtig, sich dann auch immer Gedanken zu machen, auch wenn Einheit natürlich ein toller Begriff ist.

00:36:43: aber was meint Einheit eigentlich genau?

00:36:48: Das ist halt auch ein Kapitel in diesem Buch oder auch im neuen Buch von Paula Fürstenberg die Wiedervereinigung das jetzt im September erscheint, da kitzte auch darum dass eben diese Einheit halt auch der Beginn war.

00:37:01: eines wie man jetzt im Rückblick sagen könnte so einen neuen Nationalismus der damit auch einher ging und dass man diesen Einheitsbegriff eben auch kritisch sehen sollte.

00:37:16: dafür ist dann Wissenschaft wieder ganz gut würde ich sagen.

00:37:22: um diese Begriffe und Narrative auch ein bisschen auseinanderzunehmen.

00:37:28: Und zu zeigen, wo kommt das eigentlich her?

00:37:31: Oder wie wird es von verschiedenen Gruppen darauf bezuggenommen?

00:37:37: Man kann jetzt ja beobachten, wie die Erfahrungen in den Neunundachtzig auf der Straße gegangen sein.

00:37:47: was einen Widerstandsnachativ genannt wird, wie das von verschiedenen Gruppen natürlich auch instrumentalisiert wird.

00:37:55: Und dann wenn man sagt okay mal geht jetzt wieder auf die Straße und da geht es wieder gegen ein System auf die Strasse dass man dann anknüpft an einem Gedächtnis das in einem völlig anderen Kontext entstanden ist aber natürlich mit den persönlichen Erfahrungen ... der Menschen zu tun hat.

00:38:20: Der Partner Onkel jetzt in einer Familienfeier würde sagen, naja Faruk aber was soll?

00:38:24: ich kann ja jetzt gar nichts mehr sagen... Also das gibt es ja in verschiedenen Bereichen.

00:38:28: dann man kann ja gar nix mehr sagen heute Tage dass ich will das jetzt auch nur scherzhaft sagen.

00:38:33: Aber wie sollen wir's denn nennen?

00:38:34: Was würdest du denn dann sagen?

00:38:36: ne weil Ja so ähm der Feiertag selber ist ja erst mal so ein fester Begriff im Kalender.

00:38:47: Das ist so.

00:38:48: Sagen wir, tagt ihr deutschen Einheit?

00:38:54: Auch da kann ich Paula Fürstenberg empfehlen.

00:38:56: Ich glaube sie hat dann sogar mein Artikel drüber geschrieben über die Sprachlosigkeit in Bezug auf das was allgemein Wiedervereinigung genannt wird.

00:39:08: Ich habe mich ja so ein bisschen angeschlossen und bezeichne es meistens als Vereinigung ohne dass wieder weil das wieder eigentlich ein bisschen irreführend ist, weil es Deutschland in dieser Form diesen Grenzen so nie gab davor.

00:39:26: Und worauf bezieht sich denn das wieder?

00:39:27: Also an was will man denn da anknüpfen und meint man das wirklich mit Wieder?

00:39:36: Ja, man könnte auch überlegen ob das einmal jetzt ist und dann vielleicht wieder also jetzt nur eine Zeit lang ist und dann wieder was anderes passiert.

00:39:49: Ein bisschen, also es ist so ein bisschen mit diesem Wider könnte auch sein dass das nicht nur in der Vergangenheit sondern Zukunft wieder passiert.

00:39:58: Wieder eine Vereinigung?

00:40:00: Ja, darf ich noch gar nicht darüber nachdenken.

00:40:02: Also das ist ja eigentlich auch irgendwie dann komisch oder so finde ich

00:40:09: irgendwie... Ja, da kann man glaube viel reininterpretieren oder es schwingt viel mit, was teilweise auch ein bisschen irritierend ist.

00:40:28: Also ich zeige das für mich als Vereinigung.

00:40:30: Umbruch finde ich eigentlich auch ein ganz gutes Wort wenn man so über die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen spricht.

00:40:45: Transformation auch fast schon so eine Wortehöse geworden, weil überall ist ständig Transformation.

00:40:54: Aber trefft ist glaube ich auch noch ganz gut.

00:41:01: Ja, beitritt es halt ein juristischer Begriff.

00:41:06: Das haben wir irgendwie so was unterschrieben.

00:41:09: Denn

00:41:10: das klingt wie so einen

00:41:11: neuen Ausweis?

00:41:12: Ja genau!

00:41:13: Wie so ein Vereinsmitgliedschaft

00:41:17: oder so...

00:41:18: Ja, aber es ist interessant wie viele Begriffe es dazu gibt.

00:41:23: Wende sind.

00:41:25: in der Wissenschaft benutzt man den Begriff eigentlich wenn nur so als Geflügel des Wortes das eben oft von Wände gesprochen wird, dass ja ein Wort das eigentlich von England Grenz geprägt wurde und die geänderte SED-Politik meint und gar nicht alles das, was daraus erfolgte.

00:41:57: Aber natürlich in der Umgangssprache ist es wahrscheinlich noch am geläufigsten.

00:42:05: Wobei das ja auch so eine Richtung impliziert... richtige Richtung und eine Wende ist dann, man dreht um oder wie also so.

00:42:17: Das ist ja wirklich höchst schwierig so.

00:42:21: Also es wäre so ein Weg geradlinig das Leben überhaupt.

00:42:30: deswegen ich glaube dass müssen wir uns alle auch noch mal merken wenn wir das Wort sagen Egon Krenz zitieren.

00:42:37: Das

00:42:38: müssen wir mal ein bisschen mehr öfter im Internet kundtun, dass man sich das nochmal überlegen sollte.

00:42:43: Ich weiß nicht ob man das wirklich... also ob man es schafft, da das so noch zu verändern, weil's wirklich der dominierte Begriff ist.

00:42:56: aber ja hat man ja oft mit so historischen Begriffen, dass sie oft aus einem Kontext kommen, der gar nicht mehr so bewusst ist und die sich dann sowas selbst ständig haben.

00:43:06: Aber auch dafür gibt es ja Wissenschaft,

00:43:09: um

00:43:11: da die Fußnoten ran

00:43:12: zu machen.

00:43:15: Wir haben jetzt ein bisschen mehr über nicht-fiktionale Literatur geredet aber ich glaube wir haben bestimmt ganz viele Menschen, die zu hören und die vielleicht noch ein paar Tipps haben wollen, ein paar Buchtipps wo es wirklich auch in Roman um dieses ganze Thema geht.

00:43:38: Was würdest du da raushauen an Tipps?

00:43:43: Also die naheliegendste Antwort ist auf jeden Fall Lukas Riesche mit seinen ersten beiden Romanen, als der erste mit der Faust und die Welt schlagen unter zweites Raumfahrer... Da geht's sehr stark.

00:44:00: die Erfahrung, diese Nachwendegeneration und in denen ich mich auch selbst sehr fast schon erschreckend gut wiedergefunden habe.

00:44:13: Das fand Sehr beeindruckt, wie sehr ein Buch dann mit einem selbstplötzlich zu tun haben kann oder mit eigener Erfahrung und eigenem Aufwachsen.

00:44:24: Sanditz ist jetzt sein aktuelle Roman.

00:44:26: damit kommt er auch zur globale am einund dreißigsten zehnten kleiner Werbeblock.

00:44:30: Sehr gut!

00:44:34: Und genau da zeichnet er dann noch ein viel größeres Panorammer Nicht nur um die Nachwende-Generation, sondern das ist eine komplette Familiengeschichte über drei Generationen von den Siebzigern bis in die Gegenwart.

00:44:51: Da hat er so diese ... können wir sagen den nächsten Schritt gemacht und noch weiter rausgesuht.

00:44:58: Das finde ich auch einen sehr guten Roman und natürlich ein sehr aktuellen, sehr neuen Roman.

00:45:10: Wenn ich auch empfehlen würde, ist auf jeden Fall Paula Fürstenberg.

00:45:14: Familie der geflügten Tiger.

00:45:18: Erste Roman gewesen, das war der erste Roman von allen die ich untersuche.

00:45:27: Der war so früh, dass er fast ein bisschen untergegangen ist.

00:45:31: Das fand ich ganz interessant nochmal nachzulesen... bei Lesung dann so ein bisschen Unverständnis begegnet wurde, was sie denn jetzt noch mit diesem Thema will und warum sie da unbedingt noch zu schreiben möchte.

00:45:46: Den finde ich aber sehr schön weil er es sehr verspielt ist, sehr niedrigschwellig kann man auch gut abends auf der Couch lesen und man nimmt sehr viel mit dabei.

00:46:06: Ich habe Weltalltage gelesen, aber für mich war das auch so... ich finde es halt total toll wenn man die Stadt kennt oder merkt ja, dass könnte da ein Leipzig sein!

00:46:21: Das wünsche ich mir mal für Bremen, sodass ich einen Roman hab Da, da ist es oder so?

00:46:30: Der große Primroman.

00:46:33: Kommt bestimmt noch!

00:46:34: Ja...

00:46:35: Also wir sind ja erst City of Literature also.. Da kann jetzt nicht mehr viel schief gehen.

00:46:41: So.

00:46:44: Ja.

00:46:45: So oder bei Clemens Meyer habe ich das auch immer gehabt sodass ich dann so überlege aha der hat das ja auch ganz oft gar nicht genannt.

00:46:51: aber dann war man so aha oder dann fährt die Person in die und die Stadt immer denkst Das könnte das und das im Umland sein oder so.

00:47:01: Ja,

00:47:02: das hatten wir bei Lukas Ritsche sehr stark mit der Lausitz.

00:47:07: Also er hat das Gefühl, er deckt mit jedem Buch noch eine andere Ecke der Laositz ab.

00:47:12: Ich kenne die Laosiz jetzt leider nicht so gut, nur einzelne Orte, die ich auch wiedererkannt habe.

00:47:17: Das macht auf jeden Fall auch.

00:47:24: Wie du schon sagst, sehr stark mit Leipzig verbunden.

00:47:28: Fast wie so ein Dauer-Stadtschreiber... ...mit Bezug zu Bremen.

00:47:34: Neue Fazit aber das ist jetzt auch schon da.

00:47:37: Ja stimmt!

00:47:38: Das ja?

00:47:40: Aber genau das war die Zeit.

00:47:42: da war also ich persönlich selber auch noch nicht hier in Bremen, aber es ist cool um dann mit älteren Bremerinnen und Bremern ins Gespräch zu kommen und sie sagen dann Da und da gewesen oder hier war früher das und das.

00:47:57: Und das ist schon auch so in dieser Stadtgeschichte, Geschichtserinnerung immer total toll.

00:48:04: Auch wenn es nur ja Diskotheken oder Kneipen sind die damals da und da waren und legendär und dies dann nicht mehr gab oder die ihren Standort gewechselt haben.

00:48:15: Die heißen immer noch so aber die waren früher... ...da und da.

00:48:19: Das finde ich wirklich faszinierend irgendwie so, denn man kann ja trotzdem sehr viel rausziehen auch gerade bei Neue Fahrsüte.

00:48:26: Das ist super irgendwie.

00:48:29: Ja da habe ich immer sehr viel nebenher gegugelt ob das alles in Vierteln noch an dem Ort ist oder welche Straße das

00:48:36: jetzt genau sieht.

00:48:40: So ein Les Mona ist natürlich kein Geheimtipp mehr aber finde ich auch... Habe ich jetzt schon mehrmals gelesen?

00:48:48: finde ich auch ein tolles Buch, weil man nochmal völlig andere Perspektive auf Breben hat in den... ...Achzehundertneunzigerjahren.

00:48:55: Und wenn man dann sieht das Straßen in der Bahnhofsvorstadt damals so sehr ... edle repräsentative Adressen waren, wo man jetzt denkt okay da ist jetzt ein Döner im Bus oder so interessant wie sie die Stadt dann doch verändert hat.

00:49:12: Ja aber...

00:49:12: Die Häuser sind ja du siehst ja die Häuser also die Häuse sprechen ja teilweise noch so eine Sprache dass man so denkt wow hier ist jetzt plötzlich so ein krasses wunderschönes Haus.

00:49:23: und ich muss auch selber sagen Ich bin selber viel ich kenne mich weiß mehr über diese Stadt hier als über meiner Heimatstadt mittlerweile, weil es einfach so faszinierend ist, hier immer mehr rauszufinden.

00:49:39: Hast du noch einen Romantik-Tipp?

00:49:40: oder Paula Füstenberg?

00:49:42: Merken wir uns auf jeden Fall da kann man eigentlich alles...

00:49:44: Genau zu Paula Fünstenberg auch noch ein kleiner Werbeblock.

00:49:48: ich habe's vorhin schon angesprochen ihr Buch Nie Wiedervereinigung erscheint jetzt im September und Wir planen auch zum Tag der Deutschen Einheit, der hier in Bremen stattfindet.

00:49:59: Eine Podiumsdiskussion wo sie auch mit Teil sein wird.

00:50:05: Die PodiumsDiskussions dreht sich auch um das Thema Innen an DDR und Vereinigung nochmal speziell mit Blick auf den Tag der deutschen Einheit auch was ist es eigentlich für einen Tag?

00:50:19: Einheit

00:50:23: keinheit.

00:50:24: Genau Die Initiative Keinheit kann man auch mal googeln, die machen auch sehr spannende Sachen.

00:50:32: Und genau wer auch zu Gast sein wird ist Domenico Müllensiefen.

00:50:38: Da habe ich gerade auf dem Nachtisch sozusagen auch einen Roman den ich lesen möchte und ja finde ich auch sehr interessant.

00:50:49: Welche ist das?

00:50:51: Aus unseren Folgen?

00:50:52: Nein, so es geht jetzt los.

00:50:54: Wie heißt der?

00:50:55: Schneide

00:50:55: ich an das geht

00:50:56: los.

00:50:57: Genau, schneide ich alles geht los!

00:51:00: Der spielt in der Altmark und zur Altmark habe ich auch eine private Verbindung.

00:51:08: Die ist nochmal so aufgetaucht gerade weil letztes Jahr... ...der Kinofilm in die Sonne schauen.

00:51:16: oder war das dieses Jahr?

00:51:17: Ah,

00:51:18: letztes Jahr.

00:51:19: Letztes Jahr dieser Kinofilm ja so international, so erfolgreich war und mich auch total umgehauen hat.

00:51:29: Ja, war ich mal wieder ein bisschen auf dem Trip Altmarkt da, finde ich auch so... Ist auch nicht so bekannt eigentlich, ne?

00:51:37: Sonst die Region Altmarkt das war dann ja auch in MDR Sachsen-Anhalt alles sehr ... sehr oft im Radio hatte ich so den Eindruck, wenn ich mal zufällig da was gehört habe.

00:51:49: Habe ich oft etwas über diesen Film gehört oder

00:51:51: so.

00:51:53: Ja interessant, dann genau auch Dominico Möwen-Sievens Roman noch.

00:52:00: und ja die beiden Roman aus unseren Feuern und eben schneide ich an es geht los kann.

00:52:04: ich kann mich auch sehr empfehlen das eine aus unseren feuern auch eine Leipzig Geschichte über drei Freunde, die dort aufwachsen in den Neunzigern und Nullerjahren.

00:52:21: Und irgendwie damit umgehen müssen, dass die großen Träume mit ihnen versprochen wurden doch nicht so eine Füllung gehen.

00:52:32: Und genau wie du schon sagst ist ein anderes buchende Eidmark angesiedelt Also einmal Großstadt, einmal Plattes Land.

00:52:41: Wenn man das noch kennenlernen möchte sind das auch zwei gute Bücher und wenn man ihn live erleben möchte ist er dann bei dieser Podiumsdiskussion mit dabei.

00:52:54: Und Angelika Nühen ist da auch die Filmemacherin die in den Film Bruderlandes abgebrannt hat, über das Schicksal der vietnamesischen Vertragsarbeiter eben im Jahr, also sehr aufgeheizten Stimmungen.

00:53:21: Ich glaube er geht nur eine halbe Stunde der Filme sehr bewegend zu sehen und er hatte so eine sehr interessante Rezeptionsgeschichte, dass er so vor ein paar Jahren nochmal wiederentdeckt wurde.

00:53:34: Das erste Mal eigentlich wirklich in der breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen wurde, das genau ist natürlich dann auch sehr spannend zu sehen wie migrantische Gedächtnisse sind, wie grantische Stimmen?

00:53:49: Welche Rolle die in diesen DDR-Gedächtnis spielen und in diesem Vereinigungsprozess.

00:53:59: Und warum die so lange öffentlich nicht stattgefunden haben oder nur sehr marginalisiert, damit

00:54:06: sie

00:54:06: sich auch viel spannender zu zählen können.

00:54:09: Den Film kann man sich einfach auf YouTube anschauen – auch große Empfehlungen

00:54:12: dafür!

00:54:15: Ja also das finde ich auch überhaupt gesch….

00:54:17: so sehr, sehr spannend.

00:54:18: Weil ja Vietnam ja genauso auch mal geteilt war und dass wir so Gemeinsamkeiten haben.

00:54:26: das ist dann auch organisatorische aufenthaltsrechtliche Besonderheiten gab gerade bei VertragsarbeiterInnen die auch irgendwie so sehr zeitversetzt erst geklärt worden sind.

00:54:41: Und ich habe auch das Gefühl jetzt langsam diese Stimmen kommen und man noch neue Romane findet, die das wirklich auch thematisieren.

00:54:56: Ja da freue ich mich auch drauf wenn hoffentlich beiden Roman der Nachwendegeneration aus dieser vietnamesisch-deutschen Perspektive kommt.

00:55:04: Das finde ich auch sehr spannend eben weil sich diese Teilung dann fortgesetzt hat von Nord-Südviertnahmen in Ostenwestdeutschland.

00:55:15: Ich habe tatsächlich auch da einen Buch-Tipp, den würde ich dann einfach nochmal verlinken.

00:55:23: Allerdings ist es da so besonders weil diese Vertragsarbeiterin Situation so ist dass die Familie sozusagen dem Vater viele Jahre später erst hinterher reißt und dann die auch erst in Land zu sind oder später erst nach Berlin kommen ist eigentlich damit endet, dass die Eltern zurückgehen nach Vietnam und die Autoren... noch jetzt also da ist.

00:55:54: Und Erwachsener ist auch immer Sekretär in der Familie usw.

00:55:57: Du atmest so auf!

00:56:00: Weißt du von ich rede?

00:56:02: Ich komme gerade nicht drauf aber es kommt mir sehr bekannt vor euch

00:56:06: Menschen wie wir heißt er Ja

00:56:09: Hast du das schon gelesen?

00:56:11: Ja Ich kann das sehr empfehlen würde ich so empfehlen.

00:56:22: Ja, das habe ich zum Beispiel noch auf meiner Lecture-Liste.

00:56:24: Das muss ich nachlesen!

00:56:29: Wir sind ja der Bremen Podcast und wir haben jetzt ganz viel über darüber gesprochen wie eben diese Post-Ost-Kollektive Erinnerung sich widerspiegelt dass du hier in Bremen auch einen Umfeld findest wo du da gut forschen kannst.

00:56:49: Aber so ganz normal hast du so Lieblingsorten in Bremen, wo du gerne bist.

00:56:56: Also offensichtlich bist du auch Kulturinteressiert denn wir haben uns ja beide zufällig auch getroffen beim Theaterstück im Stadionbad von Studio Obardistan was auch so spannend ist weil die genau Macherinnen tatsächlich ja auch verschiedene Stimmen zum Thema Ost-West, aber auch in dem Überbegriff Freibad gesammelt haben.

00:57:26: Und zwar auch in Bremen und in verschiedenen anderen Städten in Stuttgart und Leipzig.

00:57:31: Ja, also das ist ja nun wirklich eine besondere Art gewesen so ein Theaterstück im Stallionbad zu sehen.

00:57:41: Das heißt nicht automatisch dass man gerne Ja, ganz exklusive Situation so.

00:57:51: Ja interessant dass du das gerade in dem Zusammenhang ansprichst weil ich war sehr sehr lang nicht mehr an einem Freibad.

00:58:01: Das braucht anscheinend erst eine Kulturveranstaltung um mich da hin zu locken aber auch das erste Mal im Stadionbad tatsächlich.

00:58:07: Ach Mensch!

00:58:09: Nur dafür ja genau das war eine sehr spannende Veranstaltung wo es genau auf diesen Raum Freibad ging und diese Unsicherheiten, die damit verbunden sind.

00:58:21: Und das ist ein Ort, wo viele verschiedene Menschen zusammenkommen.

00:58:27: Wenn du jetzt nach meinen persönlichen Lieblingsorten fragst, also einerseits natürlich die Automokultur stattfindet.

00:58:37: Ja eine Lesung findet man dich entweder selber auf der Bühne dass du moderierst oder zuhörst.

00:58:44: Genau, bei Lesungen im Kino findet man mich auch im Theater.

00:58:48: das sind jetzt wie Standard Antworten glaube ich.

00:58:51: Warst du schon in jedem Kino?

00:58:53: Also bei mir ist es so ein bisschen dieser Anspruch gewesen.

00:58:56: Ich möchte in jedem Kinokino in Bremen gewesen sein

00:59:00: In jedem... ich habe keine Liste gemacht.

00:59:06: Denkst du dir fehlt ein Kino?

00:59:08: Also die Filmkunsttheater habe ich alle, CD-Achie natürlich auch.

00:59:14: Das Cinemax auch das in der Waterfront auch im Weserpark war ich noch nicht.

00:59:19: Das haben wir auch immer sehr lange reistet.

00:59:22: Warst du schon im Kinosaal des Instituts Français?

00:59:25: Die haben nämlich auch einen kleinen Kinosaals?

00:59:28: Ja aber nicht für den Film wenn das zählt.

00:59:32: War bei mir ja auch so!

00:59:40: Ansonsten sind meine Lieblingsorte tatsächlich oft die

00:59:43: Buchhandlung.

00:59:48: Die Buchhandlungen und die grünen Orte.

00:59:51: Ich mag den Park links der Weser sehr, das ist so mein Standard-Laufrevier.

01:00:02: Quiz über Prämien, dann gelernt habe dass das der größte Parkenprämie ist und nicht der Bürgerpark.

01:00:09: Vielleicht sogar von unseren Kollegen vom Bremer Moment die machen oft so quizzes?

01:00:14: Ja

01:00:14: kann gut sein!

01:00:18: Das ist perfekt für mich wenn man in der Neustadt wohnt zum Laufen gehen und ansonsten liebe ich das Blockland.

01:00:26: einfach war ich auch sehr viel in Radfahr Was besseres zum Rennrad fahren kann, dass ich eigentlich nicht ausdenken darf.

01:00:35: Das ist Blockland.

01:00:38: Definitiv eine meiner Lieblingsorte.

01:00:40: Bist du denn auch so ein Klingler und Rumdrängler?

01:00:44: Weil die Rennrads Leute manche sind ja sehr schnell unterwegs und man selber ist manchmal mit dem Touring Rad oder einem Lastenrad ein bisschen gemütlicher und dann kann das schon... Kein Kommentar ne!

01:00:59: Ja, man möchte natürlich schon flott unterwegs sein.

01:01:03: Aber im Blockland ist es ja auch das Schöne dass man eigentlich sehr viel Platz hat wenn es vielleicht nicht gerade Sonntag nach dem Tag ist.

01:01:11: Das stimmt unter der Woche ist glaube ich ganz gut.

01:01:16: Hast du schon eine Bestzeit?

01:01:17: Wenn Du die Runde fährst?

01:01:20: Eine Bestzeit

01:01:21: oder wie ist denn die Ründe genau?

01:01:23: Das könnte man ja unterschiedlich sehen.

01:01:25: Es gibt verschiedene Runden.

01:01:26: Die kleine Blocklandsrunde Von Lilienthal, einmal die Wimme nach vorn bis Ritterhude und dann wieder zurück.

01:01:42: Ich meine für diese Runde braucht man so ungefähr eine Stunde vielleicht ein bisschen weniger aber muss auch

01:01:49: erst hinfahren.

01:01:51: Das stimmt.

01:01:53: Ja das ist doch auf jeden Fall auch mal passend jetzt zur Jahreszeit ein guter Tipp.

01:02:03: ist im schlechten Wetter noch ein bisschen gefährlicher.

01:02:07: Ja, das finde ich das Ehrensommersport

01:02:09: auf jeden Fall.

01:02:12: Und wenn du jetzt so beim Überthema dritte Oktober bist hast Du denn in Bremen noch so Verbindungen oder Freundschaften geschlossen die so damit zu tun haben und dass Du sagst es gibt so eine... Entweder so eine ganz herzige Ostwestverbindung mit Bewohnerinnen, Mitbewohner oder irgendwie sowas wo du sagst ja das verbinde ich auch ein bisschen hiermit Bremen?

01:02:49: Ja viele Freundschaften.

01:02:51: Ich würde es jetzt gar nicht auf eine Verbindung so reduzieren aber da dass hier der Ort ist Ich begonnen habe mich mit diesem Thema wirklich intensiver auseinanderzusetzen.

01:03:06: Hat das natürlich dann ja mich auch nicht nur in der Uni beschäftigt, sondern auch privat und ich finde es einfach sehr schön wie interessanter weisen die meisten meine Freundin Westdeutsch sozialisiert sehr bereichernd und sehr schön ihre Perspektiven auch zu hören darauf und ihr Interesse für dieses Thema.

01:03:40: Und wie ich ja vorhin schon meinte, es ist sehr schön in Bremen da das Publikum dafür da ist dass man wirklich solche Veranstaltungen hier organisieren kann.

01:03:55: Das ist für mich auf jeden Fall auch eine Art von Begegnung.

01:04:01: Ja, das ist ja vielleicht auch sozusagen die Essenz noch mal

01:04:04: unseres

01:04:05: Gesprächs, dass es einfach gerade alles so in der Luft liegt und passt.

01:04:11: Schön, dass wir jetzt Gastgeberinnen sind dieses Jahr irgendwie.

01:04:15: Ich bin mal gespannt!

01:04:21: Gäste noch auf der Seite Orte des Erinnerns nachgeschaut, was es in Bremen eigentlich so für Gedenkorte gibt.

01:04:31: An die deutsche Teilung.

01:04:32: natürlich ist sehr präsent dieses...

01:04:35: Die Mauerstücke?

01:04:37: Die war an mir tatsächlich unbekannt.

01:04:39: Also die Mauer Stücke am Bahnhof meinst

01:04:42: du?

01:04:42: Und am Anfang von der Reparbahn also da beim Europa Hafen, da gibt es auch noch ein zweites Stück.

01:04:50: Ja,

01:04:52: interessant!

01:04:53: Die habe ich... also mit sehr geschlossenen Augen durch die Welt muss ich sagen aber ich hatte zum ersten Mal von diesem Mauerelement am Bahnhof gehört und dass der Platz davor auf Platz der deutschen Einheit heißt ist mir gar nicht begegnet.

01:05:09: dann war ich dann irgendwie erstaunt positiv erstaunt.

01:05:17: Das war ja dann bei der letzten Einheitsweile, die in Primstadt gefunden hat, wo das unbenannt wurde dieser Platz und dieses Mauerstück als Denkmal dort eröffnet oder eingeweiht wurde.

01:05:35: Das fand ich ganz interessant!

01:05:36: Dann ist natürlich noch der Spruch am Marktplatz, denke der Brüder, die das Schicksal unserer Teilung tragen Das finde ich eigentlich ganz interessant, das ist dieser Spruch von neun zu fünf fünf Fünfzig.

01:05:51: Also noch bevor die Berliner Mauer gebaut wurde da schon stand und eben bis heute dort an diesem Gebäude ist und sich die Bedeutung aber so geendet hat weil natürlich das Schicksal der Teilung... Natürlich gibt es jetzt keine Teilung in zwei Staaten, es gibt keine Grenzen mehr dazwischen.

01:06:15: Aber man kann das jetzt auch so interpretieren, dass man trotzdem eine Aufmerksamkeit auf dieses Thema richtet.

01:06:23: und dann ist natürlich auch die Frage, die Brüder sind oder die Geschmister?

01:06:31: Sind das nur die Leute im Ost- und Westdeutschland?

01:06:39: größer denken in einem europäischen Rahmen mit anderen postsozialistischen Staaten oder andere Formen der Teilung.

01:06:49: Und das finde ich ein sehr bemerkenswertes Prämie, diesen Spruch so präsent am Marktplatz hat und der sich immer wieder aktualisiert auf eine Art...

01:07:02: Ja wirklich dann auf den zweiten Blick gibt es genug ... so Orte, ne?

01:07:10: Die sich dann auftun.

01:07:11: Ja ich bin gespannt ob einer hinzukommt jetzt im Herbst mal sehen!

01:07:18: Da können wir alle gespannt sein.

01:07:19: und ja für mich bleibt eigentlich nur noch der Blick in die Zukunft.

01:07:26: Wir warten auf deine Arbeit, deine wissenschaftliche.

01:07:32: Das wird noch drei Jahre mindestens dauern.

01:07:34: aber Für die

01:07:36: Zwischenzeit beobachten wir die Lesungen und Podiumsdiskussionen.

01:07:43: Genau, die Werbung habe ich ja schon gemacht für die globale und für den zweiten Oktober wo die Podium-Diskussion dann geplant ist.

01:07:51: und genau es lohnt sich auf jeden Fall auch noch in dem nächsten Wochen mal nach Netzwerk dritte Oktober zu googeln.

01:08:02: da gibt mir das eine kleine Seite geben mit noch Viel mehr Veranstaltungen, die in Prem stattfinden.

01:08:07: In September und Oktober.

01:08:11: Genau noch viel mehr Lesung, Podiumsdiskussion, Erzählkafés alles Mögliche.

01:08:18: Wunderbar!

01:08:18: Ich glaube über Erzählkafés werden wir auch noch im Podcast was hören.

01:08:22: Hoffentlich kann ich mir vorstellen und sehr wertvolle Hinweise.

01:08:30: und ja auch die Webseite vom Takt der Deutschen Einheit ist ja... Einsehbar und sichtbar und gibt auch unheimlich viele Hinweise.

01:08:41: Ja, dann danke ich dir für das Gespräch!

01:08:46: Ich will jetzt eigentlich nur noch in die Buchhandlung rennen und mir noch ein paar Bücher bestellen.

01:08:52: Danke dir für die Einladung.

01:08:55: Man kann ja bestimmt irgendwo eine Liste anhängen mit Büchern oder Erfehlungen?

01:09:02: Das machen wir gerne den Show Notes.

01:09:04: Da tauschen wir uns aus und dann schreibe ich noch ein paar dazu.

01:09:08: Wir wissen ja auch nicht, welche deine Lieblingsbuchhandlung ist.

01:09:10: aber vielleicht würdest du dir auch nicht sagen in der Neustadt gibt es ja auch einige die man

01:09:14: so

01:09:15: besuchen kann.

01:09:16: Ja man kann sehr viele besuchen.

01:09:18: Ich habe selber mal einen Buchladen Oster-Tor gearbeitet.

01:09:20: deswegen ist das natürlich meine Lieblungsbuchhandlungen.

01:09:24: andere sind auch sehr toll.

01:09:27: Das ist gut wenn man.

01:09:29: das kann man gleich mit einem Schwankhallenbesuch verbinden.

01:09:43: beim

01:10:26: Das war der Bremen Podcast.

01:10:28: Ihr habt Fragen und Anregungen, schreibt uns via podcastadwfb-bremen.de.

01:10:32: Wir freuen uns auch über eine gute Bewertung in deinem Podcast Player des Herzens!

01:10:37: Dieser Podcast wird herausgegeben von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen.

01:10:41: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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